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Heilige Hügel

auf den Bergen hinter Mawlamyaing

Um die Wartezeit bis zu unserem Tempelprogramm etwas zu verkürzen, schnappen wir einen Schirm von unserem Busfahrer und spazieren entlang dem Flussufer zur Jetty Nr. 4. Gleich gegenüber befindet sich das nette Restaurant Bone Gyi. Dort gönnen wir uns Leckeres in süß-sauer, dazu eine feine Suppe und Reis und schon sind wir zufrieden.

Zurück spazieren wir durch die Gassen, nochmals am Neuen Markt vorbei. Leider haben sich die Straßen inzwischen in matschige Schlammwege verwandelt. Wir müssen aufpassen, wo wir hintreten und dass uns kein Unrat in die Sandalen schwemmt.

Mittagessen im Bone Gyi von Mawlamyaing
historische Gebäude in Mawlamyaing

So laufen wir zurück zum Strand Hotel und sind pünktlich zur Abfahrt auf die »Heiligen Hügel«, die sich hinter Mawlamyaing erstrecken. Beim View-Point inmitten der Hügelkette über Mawlamyaing lässt uns der Busfahrer aussteigen und Juhu – der Regen hat endlich aufgehört. Leider aber bleibt die Aussicht über Mawlamyaing bis auf Weiteres trübe.

View-Point inmitten der Hügelkette über Mawlamyaing
Goldener Buddha in der U Kandi Pagoda von Mawlamyaing

U Kandi Pagoda

Wenige Schritte vom Aussichtspunkt entfernt befindet sich die U Kandi Pagoda. Während das Gebäude einer stählernen Lagerhalle ähnelt, thront mittendrin eine große, goldene Buddha-Figur. Witzig sind die Statuen der dicken Bettelmönche, die mit nur zwei Zähnen wie ein Kaninchen grinsen.

Mein Interesse indes gilt bald einer winzigen Katze, die sich über Streicheleinheiten freut. Anders als die Katzen auf dem Inle-See im Nga Phe Chaung Kloster wollen die Miezen hier kuscheln. Es gibt in Myanmar keine Tierheime. So zieht es Hunde und Katzen zu den Klöstern, wo sie gefüttert werden und sich schnell zu Hause fühlen.

Anne und die Katze in der U Kandi Pagoda
dicker Bettelmönch in der U Kandi Pagoda
Htet Htet und die Katze in der U Kandi Pagoda

Seindon Mibaya-Kloster

Unser nächstes Ziel ist das Yadanar Bon Myint- oder auch Seindon Mibaya-Kloster. Wir können die Schuhe gleich im Bus lassen. Denn das Treppenlabyrinth, welches uns am Kloster vorbeiführt, reicht bis auf den Gipfel der Kyaik Than Lan Pagode.

Der schweinchenrosa Anstrich wirkt irgendwie befremdlich für ein Kloster. Doch man soll ja nicht (nur) nach dem äußeren Schein urteilen. Und das gilt insbesondere hier. Denn im Innern beherbergt das Gebäude eine ungeahnte kulturhistorische Schatzkammer.

Seindon Mibaya-Kloster in Mawlamyaing
mit Glasplättchen besetzte Decke im Seindon Mibaya-Kloster

Ein grimmiger Mönch wacht vor den hölzernen Türen. Htet Htet muss sich vor ihm niederknien und in demütige Bittstellung gehen. Der Mönch quittiert dies mit einem Grummeln, aber die Spende nimmt er gerne an und lässt uns eintreten. Unser freundliches Danke ignoriert der alte Mann. Gut, wir sind ja wegen der Schätze hier.

Vor mehr als 140 Jahren nämlich spendete eine Gemahlin König Mindons wunderschöne Teakholz-Schnitzereien an das Kloster. Sie sind bis dato gut erhalten und auch die mit Glasplättchen besetzte Decke glitzert noch immer wunderschön. Engel und bunte Mosaikfenster zeugen hier vom Einfluss der Engländer.

Spiegel mit Teakholzschnitzereien im Seindon Mibaya-Kloster
Teakholzschnitzereien im Seindon Mibaya-Kloster
Türe mit Teakholzschnitzereien im Seindon Mibaya-Kloster

Der Mönch öffnet uns den Zugang zu einem kleinen Hinterraum. Unter dem mit Schnitzereien versehenen Elefantenelfenbein befindet sich das Heiligtum des Klosters. Es ist ein Reliquienschrein mit der Asche Buddhas. Aber auch ein Zahn Buddhas, gleich dem im Zahntempel von Kandy auf Sri Lanka, wird hier verehrt. Lars kann dies kaum glauben und fragt, etwas ungeschickt, ob wir hier die echte Reliquie vor uns haben oder diese an einem anderen Ort sicher verwahrt wird?

Immerhin wird in Kandy ein riesengroßes Brimborium wegen eines Zahns Buddhas veranstaltet, während dieser in einem stillen Kämmerlein für jedermann sichtbar ist und wir weder anstehen noch eine Sicherheitskontrolle über uns ergehen lassen mussten. Doch Htet Htet erläutert: »Wir glauben, dass die Reliquie echt ist. Es gehört zu unserem Glauben. Doch Buddha selbst meint, Reliquien sind nicht wichtig. Die Lehren Buddhas sind wichtig.« So verschieden kann die Auslegung bzw. Handhabung ein und derselben Lehren in unterschiedlichen Ländern sein.

mit Schnitzereien versehenen Elefantenelfenbein im Seindon Mibaya-Kloster
Kanonenkugelbaum beim Seindon Mibaya-Kloster
Treppengang vom Seindon Mibaya-Kloster zur Kyaik Than Lan Pagode

Kyaik Than Lan Pagode

Über das Treppenlabyrinth erklimmen wir anschließend den Berg und erreichen die Kyaik Than Lan Pagode. Sie wurde im Jahr 825 gegründet. Ihr Name bedeutet »Pagode des Sieges über die Shan«. Nachdem sie im Lauf der Jahrhunderte mehrfach zerstört wurde, stammt der heutige Bau aus dem Jahr 1831.

Da die Pagode 150 Meter hoch auf einem Bergrücken steht, strömen hier normalerweise am späten Nachmittag viele Leute her, um den Sonnenuntergang über dem Tempelfeld von Bagan zu erleben. Bei unserem ersten Besuch haben wir offensichtlich Pech. Dafür ist der Himmel immer noch zu stark bedeckt.

Liftanlage und Treppengang zur Kyaik Than Lan Pagode von Mawlamyaing
in der Kyaik Than Lan Pagode von Mawlamyaing
in der Kyaik Than Lan Pagode von Mawlamyaing

Durch den vielen Regen ist der Boden außerdem nass und glitschig. Ausgelegte Teppiche schützen vor dem Ausrutschen. Sie sind ebenfalls klatschnass, was sich einigermaßen ekelig anfühlt, andererseits aber auch einigen Dreck von den Fußsohlen schrubbt. Wir machen unsere obligatorische Runde um den Stupa.

Von hier oben haben wir eine weitreichende Aussicht über Mawlamyaing und auf einen imposanten Gebäudekomplex mitten im Stadtkern. Es ist ein Gefängnis aus dem 19. Jahrhundert. Mit Sicherheit zählt es zu den bauhistorisch besterhaltenen Haftanstalten Südostasiens.

in der Kyaik Than Lan Pagode von Mawlamyaing
bei der Kyaik Than Lan Pagode von Mawlamyaing

Wir lauschen noch eine Weile den gesungenen Gebeten eines Mönchs. War er es, der uns letzte Nacht ein ums andere Mal mit seinem von Lautsprechern verstärkten Singsang geweckt hat? Bis zum Sonnenuntergang müssten wir uns noch eine Weile gedulden.

Trotzdem steigen wir die Treppen hinab zum Pagodenvorplatz. Dort wartet unser Bus auf uns, denn für heute ist Feierabend. Wir können zufrieden sein. Denn trotz des Regens war es uns möglich, mehrere schöne Dinge in Mawlamyaing zu besichtigen.

Video zu den Heiligen Hügeln von Mawlamyaing

Ausflug zu den Heiligen Hügeln von Mawlamyaing mit Besuch der U Kandi Pagoda und des Seindon Mibaya-Klosters.
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