Steinmetze in Mandalay

und ein Novizenfest

weiße Gegend - das Viertel der Steinmetze in Mandalay
Werkstatt der Steinmetze in Mandalay

Wären wir ein paar Tage früher gestartet, so hätten wir in Myanmar weiße Weihnachten erleben können. Wir spazieren durch das Viertel der Steinmetze, wo alles weiß ist. Über die Straßen, Gebäude und Bäume hat sich eine dichte weiße Staubschicht gelegt.

Entlang der Straße reiht sich ein Steinmetzbetrieb an den anderen und jeder einzelne sorgt dafür, dass sich noch mehr Weiß im Viertel absetzt. Bei dem Besuch sollte man also unbedingt eine Sonnenbrille mitnehmen.

Anne im weißen Viertel der Steinmetze in Mandalay
Buddhafigur im Steinmetzviertel von Mandalay
Steinmetz bei der Arbeit in Madalay

Es ist offensichtlich, womit hier das meiste Geld verdient wird. Neben ein paar Wächterlöwen und Elefanten reihen sich tausende Buddha-Figuren entlang der Straße. Und auch in den vielen, nach vorne gerne offen gehaltenen Läden steht ein Buddha neben dem anderen.

Die Skulpturen in den Werkstätten sind meist schon mehr oder minder stark behauen. Mit Schleifmaschinen bekommen sie hier ihren Feinschliff. Während das Behauen der Steine noch reine Männersache ist, sehen wir auch Frauen, die mit der Schleifmaschine hantieren.

liegender Buddha im Viertel der Steinmetze von Mandalay
Mädchen bei der Steimetzarbeit in Mandalay

Natürlich trägt hier keiner eine Schutzmaske. Gesundheitliche Aspekte sind in Mandalay bislang eher nebensächlich. Und das, obwohl jeder Arbeiter weiß, dass er diesen Job höchstwahrscheinlich nur 20 Jahre ausüben kann.

Hier sind es weniger die Knochen, die unter der Arbeit leiden. Hier kämpfen die älteren Arbeiter mit einer Staublunge. Alleine das Vorbeilaufen an den Steinmetzbetrieben bereitet uns bereits Probleme beim Atmen. Auch die Fotoapparate unserer Gruppe leiden unter dem feinen Staub.

unfertige Buddhafigur mit Würfelkopf
fertige Buddhafigur im Viertel der Steinmetze von Mandalay
Eine Buddhafigur wird mit Blattgold verziert.

Einige der Buddha-Skulpturen tragen noch einen würfelförmigen Kopf. Die Mudras und Asanas, also Handhaltung und Körperposition der Buddha-Abbildungen, sind in der buddhistischen Ikonografie genau festgelegt und lassen dem Künstler kaum Spielraum bei der Gestaltung.

Beim Kauf entscheidet sich der Kunde für einen Mudra mit symbolischer Handgeste oder einen Asana, also einem Buddha mit yogischer Körperhaltung. Er kann den Kopf und das Gesicht dann ganz nach seinen Vorlieben vom beauftragten Handwerker bzw. Künstler gestalten lassen.

Frau beim plank Polieren der Buddhafigur
Frauen beim plank Polieren der Buddhafigur

In den weniger staubigen Abteilungen sind Frauen damit beschäftigt, den Skulpturen den nötigen Glanz zu verleihen. Mit Wasser und Sandpapier wird die Oberfläche spiegelglatt gestrichen.

Zuletzt werden Augen und Mund eventuell noch mit Lackfarbe bemalt und das Gewand mit Blattgold verziert. Fertig ist die teilweise tonnenschwere Buddha-Figur für ein Kloster, einen Tempel oder den Hausgebrauch.

Prozession eines Novizenfestes

Reiter beim Novizenfest in Mandalay

Als Lars bemerkt, dass seine Haare durch den Staub plötzlich alle Farbe verloren hätten, werden wir von einer Prozession eines Novizenfestes überrascht. Es scheint, dass der Sohn eines wohlhabenden oder zumindest einflussreichen Steinmetzbetriebes als Novize seine Klosterzeit beginnen wird und nun auf einem feierlich eingekleideten Elefanten daher geritten kommt.

Jeder männliche Buddhist in Myanmar wird einmal im Leben eine gewisse Zeit im Kloster verbringen. Ein feierliches Novizenfest zählt zu den wichtigen Bestandteilen dieser buddhistischen Tradition. Hier werden die jungen Männer noch einmal königlich geschmückt, bevor sie ihr konsumorientiertes Dasein vorübergehend gegen ein ärmliches Klosterleben eintauschen.

kleiner Reiter auf dem Novizenfest in Mandalay
Novize auf dem Elefant - Novizenfest in Mandalay
geschmückter Ochse beim Novizenfest in Mandalay

Neben der buddhistischen Religion lernen die Novizen Sprachen und je nach Alter auch Schreiben, Lesen und Rechnen. Gleichzeitig unterwerfen sie sich dem Klosterleben und dem damit verbundenen Tagesablauf mit Beten und Almosen einsammeln. Andererseits werden die Entbehrungen während der Zeit im Kloster mit einem hohen Ansehen belohnt und soll sich dadurch das persönliche Karma verbessern.

Video zu den Steinmetzbetrieben und einem Novizenfest in Mandalay | Myanmar

Eindrücke von dem Viertel der Steinmetze und der schweren Arbeit der Steinmetze in Mandalay. Aufnahmen von einem Novizenfest mit Elefant.
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