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Auf dem Nachtmarkt in Mandalay

Silvester in Myanmar

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Gemüsestand auf dem Nachtmarkt von Mandalay

In Mandalay verbringen wir Silvester. Wie schon so oft auf unseren Reisen müssen wir entscheiden, wie wir den Abend verbringen wollen. Für 35 USD pro Person könnten wir an der Silvesterfeier in der Sky-Bar unseres Hotels am Ayarwaddy River teilnehmen. Es gibt ein Büfett mit rund 20 Gerichten, Xylophonmusik,

ein Marionetten-Theater, eine Sportvorführung und danach Tanzmusik. Das klingt zwar ganz nett. Allerdings haben wir asiatische Silvesterfeiern in weniger guter Erinnerung. Zudem hatten wir bereits zum Mittag ein sehr leckeres und reichhaltiges Hühner-Curry. Nochmals essen wäre uns einfach zu viel.

Garküche in Mandalay
Garküche in Mandalay

Also verzichten wir auf die Touristenfeier und bestellen uns stattdessen ein Taxi, das uns für 4000 Kyat zum Nachtmarkt bringt. Dass wir keine all zu großen Erwartungen hegen dürfen, haben wir bereits im Reiseführer gelesen. So hält sich die Enttäuschung auch in Grenzen, als wir an einem Kleidermarkt entlang der Straße ausgesetzt werden.

Hier ähnelt der Markt stark dem Nachtmarkt von Luang Prabang. Bis auf die Mopeds, die stetig und mit wenig Rücksicht zwischen uns und den Ständen hindurch rauschen. Offenbar müssen die Burmesen erst noch die Vorteile einer verkehrsberuhigten Straße kennen und schätzen lernen.

auf dem Nachtmarkt von Mandalay
Mandarinen auf dem Nachtmarkt von Mandalay

Schon nach gut 100 Metern endet der Straßenmarkt und geht in Garküchen über. Es gibt Fettiges und Innereien auf Spießen, die wir eigenhändig auf einer heißen Platte anbraten und in scharfe Chili-Soße tunken könnten.

Wir sind immer noch satt. An einem hübschen Obststand entdecken wir Mandarinen, Äpfel aus China, Kaki und Drachenfrüchte. Vielleicht kommen wir nachher nochmal hier hin?

LKW in Mandalay
Ware wird verladen auf dem Nachtmarkt von Mandalay

Dann ändert sich langsam das Bild und der Nachtmarkt wandelt sich in eine Art Großmarkt. Hier stehen die Mandarinen in großen Körben bereit, es gibt ganze Berge von Erdnüssen und ein Laster kippt gerade eine Ladung Maiskolben auf die Straße.

Hier versucht niemand, uns etwas anzudrehen. Wir wirken offenbar nicht wie burmesische Marktverkäufer. Einige winken uns freundlich zu. Und auch wenn wir durch düstere Gassen schlendern, fühlen wir uns sicher und wohl.

Erdnüsse auf dem Nachtmarkt von Mandalay
Gemüse auf dem Nachtmarkt von Mandalay

Auf dem Rückweg halten wir an einem der kleineren Obststände. Eine der Zitrusfrüchte ähnelt der Pomelo. Wir sind uns nicht sicher, da sie etwas anders als die in unseren Läden aussieht und wie eine Birne geformt ist.

Da uns der Verkäufer auch nur halbwegs versteht, soll ich den Begriff in sein Smartphone eintippen und … passt! Er lacht und nickt. Wir wollen ihm glauben und kaufen uns für den späteren Abend eine Pomelo, die wir dann im Hotel schlachten werden.

Großmarkt mit Erdnüssen in Mandalay
Abladen von Maiskolben in Mandalay

Silvesterfeier im Hotel Ayarwaddy River View

Anschließend wollten wir eigentlich noch etwas Trinken gehen. Als der betrunkene Türsteher einer Art Tanzclub jedem von uns fünf US-Dollar abknöpfen will, kehren wir jedoch sogleich zum Hotel zurück. Wir genießen unsere Pomelo und gehen zur späten Stunde doch noch auf das Dach zu den anderen unserer Gruppe. Die Tanzmusik ist leider etwas träge, keiner tanzt.

Gut, wir helfen aus, wünschen uns einen Discofox und tanzen stattdessen zu Jive, Cha-Cha-Cha und Tango Argentino, sehr zur Freude der Musiker. So verbringen wir doch einen schönen Silvesterabend ohne übertriebene Völlerei und können mit dem Rest unserer Reisegruppe in das Neue Jahr hinein feiern. So einfach und schön kann Silvester sein!!!

VG Wort