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Roter Platz bei Nacht

Bei der Rückfahrt von Zarizyno hätte es sich für uns durchaus gelohnt, zunächst eine Station weit in die verkehrte Richtung zu fahren. Denn die Bahnen, die von Zarizyno aus zur Endstation fahren bzw. von dort kommen, sind erheblich weniger voll, sodass wir locker einen Sitzplatz bekommen hätten. Ja, ja, so ist das mit dem »hätte«.

Es nützt einem wenig und so können wir uns glücklich schätzen, dass wir inmitten der Menge, welche zurück ins Zentrum will, überhaupt mit in die Metro von Moskau zu kommen. Auch danach ist es uns nicht möglich, einen Sitzplatz zu ergattern. Da die Anschlussbahnen bis zu unserem Hotel auch nicht viel besser sind und sich das Kosmos auf der genau anderen Seite Moskaus befindet, sind wir weit mehr als eine Stunde unterwegs, drei Viertel davon stehend.

Restaurant nahe des Roten Platzes
Blick vom Historischen Museum über den Roten Platz

Völlig gerädert verschwinden wir für ein paar Stunden in unserem Zimmer. Am liebsten würden wir bis zum nächsten Morgen durchschlafen. Dann aber hätten wir das nächste »hätte« gehabt, was wirklich schade wäre.

So also raffen wir uns am Abend wieder auf und fahren ein letztes Mal ins Zentrum. Das Ziel ist natürlich der Rote Platz. Schon unsere Kreml-Führerin hatte uns versprochen, dass hier abends eine ganz tolle Atmosphäre herrscht.

Kasaner Kathedrale
Lenin-Mausoleum

Sie hat nicht übertrieben. Schon beim Weg vom Revolutionsplatz sind wir von den angestrahlten Gebäuden, einem Restaurant mit rotem Rundturm, dem Historischen Museum und natürlich dem Auferstehungstor, begeistert. Die Rubinsterne der Kremltürme leuchten in die Nacht hinein,

der rote Stein des Museums lässt das ganze Gebäude wirken als stamme es aus einem Spielzeugladen und sogar das Kaufhaus GUM ist auf seiner gesamten Länge in ein gleichmäßiges Licht getaucht. Nein, ehrlich, wenn die Moskowiter etwas können, dann ist es das Ausleuchten ihrer wichtigsten Sehenswürdigkeiten.

Auferstehungstor
Basilius-Kathedrale
Nikolskaja-Turm

Wie die vielen anderen nächtlichen Besucher sind auch wir hin und weg. Fasziniert schlendern wir über den Roten Platz, halten immer wieder an, um uns zum Museum oder einem der Türme umzudrehen. Höhepunkt tags wie nachts aber ist natürlich die Basilius-Kathedrale.

Wer schon nicht das Glück hat, sie bei Licht vor einem strahlend blauen Himmel zu sehen, der kann sich zumindest sicher sein, dass sie sich abends vor einem pechschwarzen Himmel abhebt. Für uns ist das einfach ein toller Abschluss eines anstrengenden Tages.

VG Wort
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