Spaziergang entlang der Kreml-Mauer

Aufnahmen mehrerer der Türme des Kreml

Durch den Kreml spazieren, das kann ja jeder. Aber um den Kreml drum herum? Das ist wirklich selten, aber gar nicht so interessant, Und außerdem eine hervorragende Möglichkeit, die Größe der alten Festungsanlage zu erleben.

So also gehen wir nach der inneren Besichtigung erst zum Roten Platz, vorbei am Lenin-Mausoleum und der Basilius-Kathedrale, und dann immer brav rechts herum.

Blick vom Kutawja-Turm an die Außenseite des Waffenarsenals und zum Arsenal-Turm
Einfahrt der Diplomaten u.ä. und Borowizkaja-Turm

Nachdem wir den Roten Platz verlassen haben, kommen wir beim Beklemoschewskaja-Turm zur Südseite der in etwa dreieckigen Kreml-Mauer. Während rechts von uns unzählige Autos über die breite Kremljoskaja fahren, konzentrieren wir uns auf die restaurierten Türme auf der linken Seite.

Sehr schön finden wir, dass jeder Turm sein ganz eigenes Aussehen hat. Sei es, dass die Dächer mal spitz mal stumpf zusammenlaufen, der Turm eckig oder eher rund ist oder auch einfach die Fenster auf verschiedenen Höhen eingebaut sind.

Blick vom Kutawja-Turm über die Brücke zum Dreifaltigkeitsturm
Arsenalturm in der Nacht
1-ja Besymjannaja-Turm

Bereits im 14. Jahrhundert umgab eine erste Mauer aus Kalkstein den damals noch hölzernen Palast. Diese ließ Iwan III. Ende des 15. Jahrhunderts durch eine zwei Kilometer lange rote Backsteinmauer ersetzen. Obwohl sie orientalisch wirkt, wurde sie von italienischen Baumeistern errichtet.

Die größten Schäden erlitt die Mauer, nachdem Napoleon in die (verlassene) Stadt einmarschierte und einige der 20 Türme sprengen ließ. Genutzt hat es ihm, wie wir wissen, freilich nichts, rannte er doch damals in die unerwartete Falle der Russen.

Arsenal-Turm
Wodowswodnaja-Turm
Außenmauer des Kremls, im Vordergund Petrowskaja-Turm

Nachdem die Türme ihre grünen Dächer im 17. Jahrhundert erhielten, kam die letzte Änderung erst 1917, als Lenin nach der Revolution die Doppeladler der Zarenfamilie auf den Dachspitzen durch die Roten Sterne austauschen ließ.

Mit einem Gewicht von bis zu anderthalb Tonnen sind sie das Sinnbild einer klassenlosen Gesellschaft. Die fünf Zacken der Rubinsterne stehen dabei zugleich für die Hand des befreiten Menschen wie auch für die Solidarität aller Arbeiter auf allen Kontinenten - zu Lenins Zeit waren das wohl erst fünf.

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