Übernachten im Hotel Sainte Rose

mitten im Geschehen von Lourdes

Das Hotel Sainte Rose befindet sich inmitten der Altstadt von Lourdes. Bis zu den Sanktuarien sind es keine 100 Meter. Direkt gegenüber befindet sich ein Parkhaus, in dem wir unser Auto für eine Nacht unterbringen. Allerdings reuen uns die 15 Euro ein wenig. Weil außerdem die Anfahrt durch die undurchsichtige Verkehrsführung in der Altstadt und zeitweise gesperrten Straßen etwas knifflig ist,

wechseln wir am nächsten Tag auf den kostenlosen Großparkplatz. Dieser befindet sich gerade mal zehn Gehminuten entfernt und ermöglicht einen raschen Zugang zu den Hauptverkehrsverbindungen. Doch mit dem Hotel Sainte Rose befinden wir uns mitten im Geschehen von Lourdes, womit die Lage richtig gut ist.

Zimmer im Hotel Sainte Rose von Lourdes
Bad im Hotel Sainte Rose von Lourdes

Das Einchecken verläuft schnell. Das gefühlt Wichtigste sind die 4,40 Euro Citytax, die wir für die beiden Nächte abdrücken müssen. Die Stadtverwaltung fand es wohl etwas pietätlos, von den vielen Kranken in der Stadt die andernorts übliche Touristenabgabe zu verlangen.

So wird das Kind lieber umbenannt und jeder abkassiert, der in der Stadt von Lourdes nächtigt. Selbst die Rezeptionistin, die im Hotel wohnt und arbeitet, muss die Citytax bezahlen – nett.

in der Bar des Hotel Sainte Rose von Lourdes
im Restaurant des Hotel Sainte Rose von Lourdes

Unser Zimmer befindet sich im vierten Stock. Im Zimmer stehen drei einzelne Betten, von denen wir zwei zusammenschieben können. Es ist alles sauber, auch wenn die Einrichtung ganz schön bieder wirkt. Dafür ist es ruhig und können wir gut schlafen. Witzig sind die vielen Krankenschwestern, die mit uns im Hotel wohnen. Zwei von ihnen steigen mit uns in den Lift hinunter zum Restaurant.

Seltsamerweise dürfen diesen, obwohl genug Platz für wenigstens sechs Leute ist, nur vier Personen nutzen. Als Folge spuckt die ältere der beiden Schwestern einen ermahnenden Anraunzer über die Lippen, als eine andere Frau den Lift zu betreten versucht. Einen Stock tiefer ergeht es einem Ehepaar unwesentlich besser. Da bekommt sogar Lars Respekt.

am Gave de Pau bei Lourdes
Rollstuhlverleih, gleich neben dem Hotel Sainte Rose

Die absolute Enttäuschung ereilt uns schließlich beim Frühstück. Das Hotel ist gut besucht von jeder Menge Sizilianern. Es sind viele Kranke darunter, die von ihren Krankenschwestern und Nonnen des Erzbistums Palermo begleitet werden. Der Lärmpegel ist gigantisch. Die Annehmlichkeit, mit einem ruhigen Frühstück entspannt in den Tag zu starten, scheint den Gästen fremd. Hier dient die erste Mahlzeit des Tags schlicht dazu, Kalorien für den Tag zu bunkern. Insgesamt erinnert Lars die hektische Atmosphäre arg an das Hotel Kosmos in Moskau. Da der Saal um das Büfett bereits voll ist, werden wir – Gott sei Dank – in eine ruhigere Ecke außerhalb des Saales gesetzt.

Für das weniger an Lärm nehmen wir die paar Schritte mehr gerne in Kauf. Schade nur, dass sich der Gang zum Büfett überhaupt nicht lohnt. Alles ist verlesen. Mit Brotbrösel beklebte Gabeln liegen auf der Wurst und dem Käse. Das Baguette wird von jedem angegrabscht – bäh! Wir belassen es bei einem Frühstück, zumal Lars bald völlig gestresst aus der Wäsche schaut. Nochmal einen Hautausschlag á la Moskau – das braucht er nun wirklich nicht. Außerdem sind wir nicht in Lourdes, um krank zu werden.

Pizza beim Inder in Lourdes
in den Gassen von Lourdes
Pizza beim Inder in Lourdes

So trifft es sich ganz gut, dass wir auf die an sich günstige Halbpension im Sainte Rose verzichtet haben. Am Abend herrscht sicherlich ein ähnlich hektischer und lauter Betrieb. Zudem gibt es in Lourdes reichlich Möglichkeiten, um essen zu gehen.

Anders als im sonstigen Frankreich haben hier sogar einige Restaurants den ganzen Tag über mit durchgehend warmer Küche geöffnet. So wählen wir eine Pizzeria in der Hauptstraße. Diese wird von sehr herzlichen Indern geführt. Dort ist es ruhig und Lars kann seine Pizza ohne drohenden Ausschlag genießen.

VG Wort