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Cathédrale Saint-Cécile

die weltweit größte aus Ziegelstein erbaute Kathedrale

die Cathédrale Saint-Cécile über der Altstadt von Albi
blaues Kreuzrippengewölbe der Cathédrale Saint-Cécile in Albi

Wie eine Festung herrscht die Cathédrale Saint-Cécile über der Altstadt von Albi. Turmartig streben die Außenwände steil zum Himmel. Im Auftrag von Bischof Bernard de Castanet begannen die Arbeiten an dem mächtigen Bauwerk im Jahr 1282. Zu dem Zeitpunkt waren die Albigenserkriege noch fest in der Erinnerung der Menschen verankert.

Als Konsequenz wurde die Kathedrale wie eine Wehrkirche mit bis zu sechs Meter dicken Außenmauern erbaut. Damit ist die Saint-Cécile die weltweit größte aus Ziegelstein erbaute Kathedrale. Zugleich gilt sie als Meisterwerk der mediterranen Gotik.

in der Cathédrale Saint-Cécile von Albi
filigraner Chor in der Cathédrale Saint-Cécile von Albi
der David im Chor der Cathédrale Saint-Cécile von Albi

Der Kontrast zwischen dem festungsartigen Äußeren und dem künstlerisch reich ausgestatteten Inneren ist gewaltig. Bei unserem Besuch ist der Haupteingang geschlossen. Wir sollen zum Westportal. Bei bedecktem Himmel und ohne entsprechende Wegweiser ist dieses gar nicht so leicht zu finden. Irgendwie gelangen wir aber doch bald zu dem versteckten Nebeneingang. Hier betreten wir eine gewaltige Schatzkiste mit aufwendigen Schnitzereien und Fresken im Stil der Frührenaissance.

Passend zur goldenen Pastel-Zeit von Albi schimmern die Wände und das Kreuzrippengewölbe in einem prächtigen Blau. Darauf wurden in Gold und Silber Akanthusblätter gemalt. Auf den Flächen dazwischen vollenden Darstellungen des Himmels und Christus in Gloria das Kunstwerk. Die von italienischen Malern aus Bologna durchgeführte Meisterleistung musste bis dato nie restauriert werden.

filigraner Chor in der Cathédrale Saint-Cécile von Albi
riesige Freske in der Cathédrale Saint-Cécile von Albi

Der Chor ist das »Allerheiligste« der Kathedrale. Hier sangen die Domherren zu Ehren Gottes den Dienst und lasen die tägliche Messe. Er ist durch den Lettner, einer kunstvoll gestalteten Wand, vom Kirchenschiff getrennt.

Umgeben ist der Chor von einem in Kalkstein gearbeiteten filigranen Meisterwerk im Flamboyantstil, welches ihn zum prächtigsten Chor von ganz Frankreich macht. Die Statuen außerhalb des Chores schildern Figuren aus dem Alten Testament, und innerhalb, aus dem Neuen Testament.

im Chor der Cathédrale Saint-Cécile von Albi
grauenvolle Strafen der Verdammten in Albi
grauenvolle Strafen der Verdammten in Albi

Ein unbekannter franko-flämischer Maler schuf zwischen 1474 und 1484 an der Westwand des Kirchenschiffs mit einem Ausmaß von 270m² eine der weltweit größten Fresken. Es gehört zu den bedeutendsten Kunstwerken des Mittelalters und stellt das Jüngste Gericht dar. Es zeigt sehr real die grauenvollen Strafen, welche die Verdammten erleiden müssen.

Darüber steht den selig Gesprochenen der Himmel offen. Leider ist das Kunstwerk unvollständig. So musste die Darstellung von »Christus in seiner Heiligkeit« einem von Monsignore Le Goux de la Berchère in Auftrag gegebenen, direkten Zugang zur Kapelle Saint-Clair, weichen. 1693 fielen gut ein Drittel des mit Fresken verzierten Rundbogens diesem Frevel zum Opfer.

VG Wort
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