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Pamplemousses

und das Café Wiener Walzer

koloniales Haus in Pamplemousses
Kirche Hl. Franz von Asisi in Pamplemousses

Neben dem Prunk im Botanischen Garten besitzt Pamplemousses eine düstere Vergangenheit. In unmittelbarer Nachbarschaft zur Kirche des Heiligen Franz von Asisi wurden einst die aus Afrika importierten Sklaven verschachert. Das heißt, nur diejenigen, welche die Überfahrt nach Mauritius bzw.

zur Ile de France trotz der katastrophalen, unhygienischen Bedingungen auf den Schiffen so gut überstanden hatten, dass sie noch arbeitsfähig waren. Während sie vorm Verkauf nackt und peinlichst genau von den Plantagenbesitzern untersucht wurden, entsorgten die Sklavenhändler die Kranken und Schwachen gleich vor Ort.

Annette im Café Wiener Walzer
Kirche Hl. Franz von Asisi in Pamplemousses
Lars im Café Wiener Walzer

Durch den Machtwechsel auf Mauritius und, 1833, die Abschaffung der Sklaverei in den Kolonien Englands wurden die Afrikaner beinahe frei, mussten wegen des gewaltigen Widerstands der mächtigen Zuckerbarone aber anschließend als »Lehrlinge« in den Plantagen weiterarbeiten - die meisten flohen.

Café Wiener Walzer auf Mauritius

Wer eine Plantage besaß, musste um seinen Profit allerdings nur kurz bangen: für die Freilassung der Sklaven hatten sie soviel Geld als Entschädigung bekommen, dass sie es sich leisten konnten, Kulis aus Indien zu importieren. Unter falschen Versprechungen hatten diese die ehemaligen Sklavenhändler von Indien nach Mauritius verschleppt. Als wäre dies nicht schlimm genug, halfen den Indern auch die unterzeichneten Verträge nicht weiter, da die Gerichtsbarkeit nur von Weißen angerufen werden konnte. Erinnert doch irgendwie an den Spruch mit dem Recht haben und Recht bekommen.

Frei von solchen Sorgen besuchen wir auf dem Rückweg zur Bushaltestelle die auffallende Kirche, bevor wir uns im Café Wiener Walzer zwei Stück Schwarzwälder Kirschtorte mit Latte Macchiato gönnen - es geht doch nichts über die österreichische Kaffeehauskultur!

VG Wort
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