Anzeige

Hassanturm in Rabat

Unsere letzte Station in Rabat ist der Hassanturm, das Wahrzeichen der Stadt. Kurz bevor wir auf der Seite Richtung Salé anhalten, erklärt uns Abdul, dass er hier leider nicht parken darf, sondern gleich weiterfahren und auf der anderen Seite der Anlage auf uns warten müsse.

Das ist aber auch kein Problem, da wir tatsächlich nur vorne rein und hinten wieder raus laufen müssen - natürlich erst, nachdem wir die Gelegenheit genutzt haben, die Aussicht auf Salé bildlich festzuhalten.

Mausoleum von Mohammed V.
Blick auf Salé

Eigentlich sollte hier einst die größte islamische Moschee entstehen. Nachdem Yaqub al-Mansur den Bau Ende des 12. Jahrhunderts in Auftrag gegeben hatte, starb er jedoch vor Abschluss der Arbeiten. Weil seine Nachfolger danach nach Marrakesch zogen, wurde das bereits in großen Teilen fertiggestellte Projekt unvollendet liegen gelassen.

Dem nicht genug, zerstörte im Jahr 1755 ein Erdbeben weite Teile der Anlage, sodass heute nur noch Teile der Mauer, verschieden hohe Säulen und der Turm (der statt der geplanten 80 Meter nur 44 Meter hoch in den Himmel ragt) zu sehen sind.

Hassanturm
Hassanturm hinter den Säulen der geplanten Moschee

Nachdem wir zwei Reiter am Eingang passiert haben, dauert es nicht lange, bis wir angesprochen werden. Erst auf Französisch, dann auf Englisch, schließlich auf Deutsch. Das Ziel bleibt in jedem Fall dasselbe. Doch nein, wir brauchen keinen Führer und nein, wir sind auch nicht alleine hier, sondern haben unseren Reiseleiter dabei.

Genau das ist das Problem. Denn hier darf nicht jeder Reiseleiter so einfach hineinspazieren und seine Urlauber über die ehrgeizigen Pläne und das abrupte Ende der Moschee informieren, sondern hierzu sind (angeblich) nur ein paar privilegierte Führer berechtigt.

Wächter am Eingang
Hassanturm
Wächter am Ausgang
Im Mausoleum von Mohammed V.

Trotz aller Versuche immer noch ohne Führer, wagen wir uns schließlich in das Mausoleum am Rand der Ruine. Zwischen 1961 und 1967 entstanden, beherbergt es neben den sterblichen Überresten von Mohammed V., dem Begründer des neuen Reiches und Großvater des jetzigen Königs, auch die von König Hassan II.. Dass der Turm »Hassanturm« heißt, hat damit aber nichts zu tun, sondern er ist nach dem Stadtviertel Hassane benannt, welcher sich früher befand.

VG Wort
Anzeige