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Medina von Meknès

Am hinteren Ende des Place el Hedim, vorbei am Museum Dar Jamai, kommen wir in die Suqs der Medina. Hier ist der Markt von Meknès. Jetzt, am Abend, herrscht Hochbetrieb. Augenblicklich finden wir uns in einem Menschengedränge zwischen Ständen mit Textilien, Schmuck und billigem Spielzeug wieder.

Da einige Händler ihre Waren mitten auf der Straße feil bieten, kommt es immer wieder zu Staus, versuchen die Menschen, nach beiden Seiten auszuweichen und versperren damit Entgegenkommenden den Weg.

Obsthändler im hinteren Bereich der Medina

Tatsächlich brauchen wir einige Zeit, um uns überhaupt erstmal bis zum offiziellen Textilien-Suq durchzukämpfen und müssen immer wieder aufpassen, nicht von irgendwelchen Hausfrauen zur Seite gedrängt zu werden. Auf Rücksicht braucht man hier als Besucher nicht hoffen.

Dabei meinen es die meisten Leute gar nicht mal böse. Es ist nur so, dass es jeder eilig hat. Und doch empfiehlt es sich, Portemonnaie und Kamera samt Tasche gut festzuhalten - aber das kennen wir ja auch aus Madrid und Lissabon.

Gewürze und Hülsenfrüchte säckeweis
eine der wenigen Stellen mit Platz

Erst, als wir schon ein gutes Stück in die Medina eingedrungen sind, ebbt der Menschenstrom ab. Anstelle von Socken, T-Shirts und Zuckerwatte gibt es hier Gemüse, Obst und Gewürze.

So wagen wir uns auch in eine der teilweise überdachten und damit etwas düsteren Seitengassen und treffen zwei Jungen, die unbedingt fotografiert werden wollen. Nachdem sie die Aufnahme auf dem Display sehen, springen sie lachend davon.

was macht man nicht alles für ein Bild...
Gemüse- und Brotstände in Meknèss

Schließlich lassen wir die letzten Stände hinter uns und kommen in eine reine Wohnstraße. Auch dort spielen Kinder, sehen wir ein Mädchen, das auf einem Fahrrad mit nur einem Stützrad an uns vorbeifährt.

Aber wie heißt es so schön? Unter den Blinden ist der Einäugige König. Ihr kleiner Bruder nämlich muss laufen.

Stadtmauer der Medina
die Kapuzen sind typisch für marokkanische Kleider
Seitengasse in der Medina

Nachdem wir die Medina verlassen haben, sollten wir eigentlich vor dem Bab el Mansour auf Abdul  warten. Dorthin zu finden ist auch kein Problem. Selbst der zuvor dichte Verkehr hat deutlich nachgelassen, sodass wir ohne Probleme die Rue das Semen queren können. Erst als wir schon ein paar Minuten warten, merken wir, dass tatsächlich so gut wie gar kein Auto mehr an dem Tor vorbeifährt.

Schließlich erblicken wir, ein Stück die Straße runter, die Absperrungen. Ja, so etwas kann in einer Königsstadt durchaus passieren, dass auf einmal alle Straßen rings um den Palast gesperrt sind. Später erfahren wir von Abdul, dass er es auf verschiedenen Wegen versucht hat, zum Tor zu fahren, es aber nirgends eine Lücke gab und er unterhalb der Medina parken musste. Dafür, so sagt er, kenne er sich jetzt bestens in Meknès aus.

Video Königsstadt Meknès

Rundgang durch die alte Königsstadt Meknès. Aufnahmen der königlichen Stallungen im Wasserpalast.
VG Wort
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