Abstieg nach Banyalbufar

Wanderung von Esporles nach Banyalbufar 3/4

Bei Banyalbufar erkennen wir das maurische Bewässerungssystem besonders gut. Rund 2000 schmale Terrassen staffeln sich entlang des Berghangs um den Ort. Ausgrabungen zeigen, dass auch in der Antike schon Bewässerungen angelegt wurden. Die jetzige Form aber stammt aus der arabischen Zeit, als gleiche Systeme in Arabien und dem Rifgebirge als Vorbild genommen wurden.

So entstand über Banyalbufar ein wahrer Weingarten, in dem ausschließlich die Malvasier-Traube angebaut wurde. Der gute Wein am Hofe der Könige von Aragón soll für Jaume I. einer der Gründe gewesen sein, die Insel Mallorca zu erobern. Während nur noch vereinzelt Wein angebaut wird, ernten die Bauern inzwischen überwiegend Tomaten und anderes Gemüse.

Blick über einen Wasserbehälter auf die Gemüseterrassen von Banyalbufar
große Wasserzisterne oberhalb von Banyalbufar

Wichtig für den Anbau ist aber nach wie vor die Bewässerung. Aus gefassten Quellen in den Bergen wurde früher das Wasser über offene Kanäle in die großen Becken geleitet. Von dort versorgten kleinere Kanäle die Felder und weiter unten liegende Zisternen. Eine Tradition gab den Bauern Stundenfenster vor, in denen sie ihre Felder bewässern konnten. Natürlich waren diese bei den reichen Grundbesitzern größer, als bei den ärmeren.

Weil ihre Felder weiter oben lagen, war die Ernte der Reichen auch in trockenen Sommern gesichert. Die armen Bauern saßen hingegen immer wieder auf dem Trockenen. Heute ist die Verteilung ausgeglichen und anstatt durch offene Kanäle werden die Becken mithilfe von Wasserleitungen befüllt. Der Wasserverlust ist dadurch deutlich geringer.

Blüten am Wegrand
Wanderweg nach Banyalbufar
Blüten am Wegrand

Weiter geht es über das Sträßlein durch die Terrassenfelder hinunter in den Ort, wobei wir das große Becken des »Font de la Vila«, den Dorfbrunnen, passieren. Von dem Hauptbecken werden sowohl ein Teil der Felder, als auch die kleineren Zisternen mit Wasser versorgt.

Genug der Rede vom Wasser. Wir haben Durst, weshalb wir schnurstracks das nächstgelegene Straßencafé von Banyalburfar ansteuern, bevor es an der Küste entlang zurück nach Port de Canonge geht.

landwirtschaftliche Terrassen oberhalb von Banyalbufar
Straßencafé und Restaurant in Banyalbufar
VG Wort