Abschied vom Madrid

Taschendiebe in Madrid

Auf unseren Reisen ist uns lange nichts zugestoßen und blieben wir auch von Taschendieben zum Glück unbehelligt. Am letzten vollen Tag unserer ersten Reise nach Madrid wäre es mit dem »nie« beinahe vorbei gewesen. Schuld war eine Hose, die Annette abends zuvor gekauft hatte, wobei sie mich fragte, was ich denken würde, wenn »eine andere« mit »so einem Hintern« in »so einer Hose« an mir vorbeilaufen würde?

Am nächsten Tag sah ich diese andere, auf welche all dies passte, nur: wie darf ich etwas denken, wenn ich doch nicht mal auf das Gesäß einer anderen schauen darf? Und: wie soll ich dann meiner Frau die gesichtete Antwort auf ihre Frage geben, ohne Ärger zu bekommen???

Haus am Paseo del Prado
Käse- und Schinkenladen

Kurzum, kaum hatten wir uns wegen der Hose in eine intensive Unterhaltung gestürzt, war auch schon ein glatzköpfiger Ganove zur Stelle, der dachte, uns verarschen zu können. Tatsächlich war es knapp und das äußere Fach meiner Tasche zur Hälfte geöffnet, als Annette ihn bemerkte und dazwischentrat, ohne dass er unseren wertvollen Reiseführer klauen oder sich zum tieferliegenden Portemonnaie durchwühlen konnte.

Als uns anschließend ein Mann ins Hotel folgte und, nachdem er unsere Zimmernummer gehört hatte, dieses wieder verließ, wurde uns dann richtig mulmig. Zum Glück aber gehörte dieser Mann selbst zum Hotel und lief nur auf und ab, weil er auf jemanden gewartet hatte.

Puerta de Europa, Plaza de Castilla
Annette und Lars im Las Rejas

Von der Rezeptionisten beruhigt, sie würden die Leute kennen, die zum Hotel gehören, verbrachten wir dann doch einen schönen Abend auf der Gran Via bei einer frisch zubereiteten Paella und, etwas später, im Las Rejas bei Wein und Musik, bevor es am nächsten Mittag wieder Richtung Heimat ging.

Bemerkenswert: War der Hinflug bereits pünktlich, landete der Airbus von Germanwings beim Rückflug eine Viertel Stunde eher als geplant, nachdem uns der sehr freundliche Kapitän das Loire-Tal beim Überflug nannte und wir beim Flug über Paris auf die Seine, die Inseln mit der Notre Dame und die Tuilleriengärten des Louvre durch ein paar Wolkenlücken hinabblicken konnten. Schade nur, dass es mit dem unbehelligt von Taschendieben längst vorbei ist ...

VG Wort