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Comandancia de la Plata

das Hospital bei der Comandancia
Früher Dickicht - heute Hubschrauberlandeplatz

Ein chinesischer Geländewagen bringt uns bis nach Alto de Naranjo. Wer vor Santo Domingo schon denkt, dass Straßen nicht steiler sein können, wird hier eines Besseren belehrt. Ohne Allradantrieb geht da nichts mehr. Wir sind froh, dass wir den Teil nicht laufen müssen und genießen oben den ersten schönen Ausblick in die Sierra Maestra.

Ab Alto de Naranjo geht es nur noch zu Fuß weiter. Unser Guide immer vornweg, laufen wir einen angenehmen Wanderweg, über Stock und Stein und ohne anstrengende Steigungen bis zu einer idyllischen Arbeiterunterkunft. Erst ab hier wird es steiler. Aber wir haben Glück. In der Bergen hat es längere Zeit nicht mehr geregnet, sodass die Wege trocken und fest sind.

Pferd auf dem Weg zur Comandancia
Sauerstoffgerät für Che Guevara
Wege durch den Dschungel in der Sierra Maestra

Der Pfad ist felsig und wir müssen aufpassen wohin wir treten. Trotzdem kommt uns ein beladenes Pferd entgegen. Auf diese Weise haben damals auch die Rebellen das Lager beliefert. Knapp einen Kilometer nach der Arbeiterunterkunft erreichen wir die ersten Baracken. Hier war die Krankenstation. Die Hütte ist leer und wir gehen weiter.

Anders als heute war das gesamte Areal früher stark zugewachsen. Viele der Bäume mussten aber weichen. Zu groß war die Gefahr, dass sie bei Sturm umfallen und die historisch bedeutsamen Baracken zerstören. Neu ist auch die Freifläche mit dem eingezeichneten Hubschrauberlandeplatz. So etwas konnten die Rebellen damals sicher nicht gebrauchen.

Urwaldidylle bei der Comandancia de la Plata
Baracke bei der Comandancia de la Plata

Der Dschungel und die Aussichten über die mit Palmen bewachsene Berglandschaft wirken heute eher idyllisch als rebellisch. Trotz Rosen zeigt ein Grab, dass die Idylle trügt. Geonel Rodríguez Cordoví starb 1958 in der Comandancía an seinen Verletzungen durch eine Mörsergranate. Gleich dahinter steht eine Baracke, in der ein kleines Museum eingerichtet ist. Ein Modell zeigt, wo sich die Rebellen damals verbreitet haben.

Zudem stehen noch eine Schreibmaschine, Nähmaschine und ein Sauerstoffgerät für Che´s Asthmaanfälle darin. Organisiert und eingerichtet wurde die Comandancía von Celia Sánchez. Sie ist in der Gegend aufgewachsen und kannte sich deshalb bestens in der Sierra Maestra aus. So bereitete sie für die Ankunft der Rebellen mit der Motoryacht Granma am 2. Dezember 1956 alles vor.

das Casa de Fidel in der Comandancia de la Plata

Heute wachsen viele alte Hibiskussträucher entlang der Wege. Diese hatte Celia Sánchez gepflanzt, weil sie sehr schnell wachsen, sodass sie die Wege und Gebäude in kurzer Zeit mit einem Blätterdach überwucherten. Für Spionageflugzeuge war das Camp somit unsichtbar. Hier konnten sich Fidel Castro, sein Bruder Raúl, Camilo Cienfuegos und Ernesto Che Guevara von den Strapazen erholen.

Unmittelbar nach ihrer Landung an der Playa Las Coloradas wurden sie getrennt und mussten vor Batistas Guardia fliehen. Erst zwei bis drei Wochen später haben sie sich eher zufällig bei Cinco Palmas wieder getroffen und sich in den Dschungel zurückgezogen. Mit ihren schweren Waffen war es Batistas Soldaten nicht möglich, den Rebellen in die unwegsame Bergwelt zu folgen.

Plumpsklo beim Casa de Fidel
Gerichtsbaracke im Dschungel bei der Comandancia de la Plata
Wanderweg zur Comandancia de la Plata
VG Wort