Moncada-Kaserne in Santiago de Cuba

Bewaffneter Kampf gegen das Batista-Regime

die Siegessäule auf dem Plaza de Marte
Parque Histórico Abel Santamaría in Santiago de Cuba

Über den Plaza de Marte spazieren wir Richtung der Moncada-Kaserne. Mitten auf dem Platz steht eine auffallende Siegessäule mit vier Kanonen zu ihren Füßen. Sie wurde 1902 nach der Unabhängigkeit vom ersten Präsident Kubas hier aufgestellt. An sich ist der Park recht schön. Allerdings bilden die Straßen rund herum einen der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte Santiagos und schreckt die Abgaswolke von einem längeren Aufenthalt im Park ab.

Ähnlich ist es am Parque Histórico Abel Santamaría. Ein scheinbar auf einer Wassersäule schwebender Betonquader zeigt das Bild von Santamaría. Mit einem Stoßtrupp hatte er das ehemalige Krankenhaus »Saturnino Lora« eingenommen, welches früher auf dem Platz stand. Nach seiner Festnahme wurden Santamaría die Augen ausgestochen; er starb wenig später unter der Folter der Batista-Soldaten.

auf dem Weg zur Moncada-Kaserne in Santiago de Cuba
Einschusslöcher an der Fassade der Moncada-Kaserne

Am 26. Juli 1953 startet Fidel Castro mit 131 freiwilligen Rebellen den bewaffneten Angriff gegen das Batista-Regime. Es ist Karneval und während das Volk am Feiern ist, versuchen Castro und seine Leute, die Soldaten im Schlaf zu überraschen. Raúl Castro und Abel Santamaría nehmen relativ schnell den Gerichtshof und das Hospital ein.

Die anderen haben weniger Glück und werden von einer plötzlich auftauchenden Militärstreife überrascht, die Alarm schlägt. Auch wenn die Rebellen bis in den Schlafsaal der Soldaten vordringen, gewinnt das Militär bald die Oberhand und kämpfen die Rebellen auf verlorenem Posten.

in der Moncada-Kaserne von Santiago de Cuba
Dokumentation über den Angriff auf die Kaserne

Castro ordnet den Rückzug an, woraufhin sein Bruder Raúl den Justizpalast verlässt. Im Hospital hingegen herrscht das Chaos, bis es zu spät ist. Die Rebellen, darunter Santamaría, werden festgenommen und wenig später gefoltert und getötet. Nur 32 entkommen und verschanzen sich im Untergrund oder flüchten ins Bergland der Sierra Maestra.

Dort wird Fidel Castro aufgespürt, festgenommen und später zum Tode verurteilt. Durch seine Rhetorik, dem öffentlichem und politischer Druck und ein darauf folgendes Amnestie-Dekret von Batista kommt Castro 1955 wieder frei. Inzwischen ist er im ganzen Land bekannt und wird vom Volk verehrt.

in der Moncada-Kaserne von Santiago de Cuba

Der Eingang zum »Museo 26 de julio« wirkt auf den ersten Blick unscheinbar. Wären da nicht die vielen Einschusslöcher, die vom Überfall auf die Moncada-Kaserne zeugen, man würde ihn glatt übersehen. Der Eintritt kostet 2 CUC, Fotografieren nochmals 5 CUC. Ein Rätsel sind uns die 50 CUC für Filmkameras, da sich Filmen im Museum überhaupt nicht lohnt. In kalten Räumen dokumentieren Fotografien, wie tote Kämpfer nach dem Überfall in ihrem Blut liegen oder wie die Überlebenden nach ihrer Festnahme gefoltert und zu Tode gequält wurden. Pläne zeigen, wie weit die Rebellen in die Kaserne vorgedrungen sind.

Von jedem der Angreifer ist akribisch die Position verzeichnet, an der er sein Leben ließ. Daneben sind Uniformen, Kleidungsstücke und Waffen ausgestellt. Ein Großteil der Exponate stammt allerdings aus der Zeit nach der »Granma«-Landung, dreieinhalb Jahre später. Es sind Teile, die Fidel Castro und seine Leute in ihrem Versteck in der Sierra Maestra benutzt hatten. Im letzten Raum zeigen Fotos den alten Castro, wie er in langen Reden versucht, sein Volk aufzumuntern, gerne vor der Kulisse der heute noch hoch verehrten Volkshelden von damals.

Rede des Fidel Castro vor der Kulisse des Che Guevara
Fidel Castro bei einer seiner langen Reden

Heute wirkt die ehemalige Kaserne friedlich. Der größte Teil des Gebäudes wird als Schule genutzt, die große Grünfläche davor als Sportplatz, auf dem die Kinder spielen und herumtollen. Trotz der zivilen, friedlichen Nutzung wird die ehemalige Kaserne immer noch streng bewacht.

Wer ein paar Meter Richtung Schule läuft, um das Gebäude besser aufnehmen zu können, wird nach wenigen Schritten zurückgepfiffen. So bleibt Lars nichts anderes übrig, als um eine Mauer bis auf die gegenüberliegende Seite des Sportplatzes herumzulaufen, um von dort die Kaserne über ein Tor hinweg zu fotografieren.

Weg zur Schule vor der ehemaligen Kaserne
die ehemalige Moncada-Kaserne in Santiago de Cuba
VG Wort