Jardín Botánico de Cienfuegos

der botanische Garten des Zuckerbaron

Palmen im Jardín Botánico von Cienfuegos
Noch mehr Palmen im Jardín Botánico von Cienfuegos

Bei unserer Anfahrt nach Cienfuegos waren uns bereits ein paar Schilder zum Botanischen Garten der Stadt aufgefallen. So ist es doch ein Jammer, dass die Beschilderung nur bis zum Stadteingang gereicht hat. Dadurch verfahren wir uns nach dem Besuch des Cementerios Tomás Acea erst einmal, was in diesem Fall heißt: anstatt beim Botanischen Garten landen wir beim Flughafen.

Also fragen wir uns einmal mehr durch und finden dann tatsächlich ohne helfende Schilder zum Jardín Botánico. Beim Eingang des ca. 100 Hektar großen Garten zahlen wir pro Person 2,50 CUC. Danach können wir noch ein gutes Stück weiter bis zum Parkplatz beim Restaurant des Gartens fahren.

Purple Passion Plant oder Gynura aurantiaca
Blume im botanischen Garten von Cienfuegos

Der 1901 von dem US-amerikanischen Zuckerbaron Edwin F. Atkins gegründete Botanische Garten ist wohl der älteste Amerikas. Anfangs wurde er zu Studienzwecken für Zuckerrohrarten genutzt. Bald aber sammelte Atkins tropische Pflanzen aus aller Welt.

Heute besteht diese Sammlung aus über 300 Palmen-, 25 Bambus- und 80 Ficus-Arten. Wer mehr erfahren will, sollte sich einen der Botaniker als Führer nehmen. So etwas wie eine Karte oder Beschreibung gibt es leider nicht.

Rundgang durch den botanischen Garten von Cienfuegos
Jardín Botánico de Cienfuegos
im botanischen Garten von Cienfuegos

Unser Rundweg beginnt am Ende der Straße bzw. beim Restaurant des Gartens. Schon auf den ersten Metern wird klar, dass der Garten von Cienfuegos im Gegensatz zu allen anderen Botanischen Gärten, die wir bisher besucht haben, eher wild ist. Gepflegte Beete wie bei Peradeniya in Sri Lanka oder herrlich anzusehende Teiche wie bei Pamplemousses auf Mauritius sucht man hier vergebens.

Wegführung oder Hinweisschilder sind Mangelware oder gar nicht erst vorhanden. So stapfen wir erst einmal an vielen verschiedenen Palmen vorbei durch hohes Gras. Hin und wieder treffen wir auch auf Angestellte, die Bewässerungsanlagen verlegen oder einfach durchs Gestrüpp reiten.

der schmale Pfad führt uns durch die Pampas
Steingarten mit Tempelbäumen im Jardín Botánico von Cienfuegos

Aber wir bleiben hartnäckig auf dem Weg und hoffen, irgendwann wieder beim Restaurant heraus zu kommen. Dabei gelangen wir zu einem Steingarten, der mit seinen Tempelbäumen im Sommer sicher schön aussieht, im Winter, wenn die Bäume keine Blätter tragen, aber lediglich von Eidechsen als Versteckt genutzt wird.

Einen Steinwurf weiter passieren wir einige riesige Bambusinseln, eh wir einen Waldstreifen durchqueren, in dem die Bäume zahlreiche Tillandsien und Bromelien tragen. Auch finden wir den Touristenbaum wieder, welcher uns schon bei der Laguna de las Salinas gezeigt wurde. Durch Sonneneinstrahlung färbt sich die Rinde rot und schält sich, ähnlich wie bei einem Sonnenbrand.

Touristenbaum im Jardín Botánico von Cienfuegos
da schält sich die Haut - Touristenbaum im Jardín Botánico von Cienfuegos
Blumen im botanischen Garten von Cienfuegos

Insgesamt eignet sich der Park bestens für einen ruhigen Spaziergang. So sind wir selbst erst nur wenigen, ab dem Steingarten dann keiner Menschenseele mehr begegnet.

Am Ende unseres Rundgangs sind wir aber doch erleichtert, als wir den Rückweg zum Parkplatz finden und im Restaurant etwas zum Trinken bekommen.

Restaurant beim Jardín Botánico von Cienfuegos
Palmenallee beim Jardín Botánico von Cienfuegos

Video zum Jardín Botánico de Cienfuegos

Kurzer Rundgang durch den ungewöhnlichen botanischen Garten von Cienfuegos aus Kuba.

Cementerio Tomás Acea und der Athene-Tempel

Auf dem Weg zum Botanischen Garten von Cienfuegos kommen wir zum Cementerio Tomás Acea. Mit diesem Friedhof setzte die Familie Acea ihrem Sohn Tomás ein Denkmal. Er verstarb recht jung an der Tuberkulose. Schon der Eingang lässt erkennen, dass die Familie sehr wohlhabend gewesen sein muss.

Aber wo sollen wir parken? Bevor wir irgendwie falsch stehen, fragen wir vorsichtshalber ein paar Kubaner. Dann ist klar: die Zufahrt zu den Parkplätzen führt mitten durch das Parthenon, welches als Friedhofstor dient.

das Parthenon von Cienfuegos gleicht dem Athene-Tempel bei Athen
Parthenon auf dem Cementerio Tomás Acre - ein Stück Griechenland

Das mit 64 Säulen eingerahmte Gebäude ist eine Nachbildung des Athene-Tempels auf der Akropolis in Athen. Während das griechische Vorbild gleich seinem ganzen Land dem Verfall preis gegeben ist, erscheint der Tempel bei Cienfuegos jedoch solide und intakt zu sein.

Große, schmiedeeiserne Leuchter säumen den Weg zum Parkplatz. Wir trauen uns kaum, unseren popeligen Geely davor zu stellen. Das chinesische Auto wirkt wie ein störender Fremdkörper vor der prunkvollen Kulisse.

Gartenanlage beim Cementerio Tomás Acea
Kriegerdenkmal beim Cementerio Tomás Acea
Grab beim Cementerio Tomás Acea

Wenige Schritte weiter stoßen wir auf ein auffallendes Kriegerdenkmal. Dieses ist den Marinesoldaten gewidmet, die am 5. September 1957 den Aufstand gegen das Batista-Regime mit ihren Leben bezahlten.

Der Friedhof selbst gleicht einer riesigen Gartenanlage. So sind die Gräberfelder umgeben von großen Bäumen und reich bepflanzten Beeten. Uns gibt dies einen ersten Vorgeschmack auf den Jardín Botánico.

das Parthenon beim Cementerio Tomás Acea
Gräber beim Cementerio Tomás Acea
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