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Abendessen im La Gran Trucha

Authentisches Restaurant in Salento

Der Willy bringt uns zurück bis zum Hauptplatz von Salento. Und das auf den letzten Metern ganz vorsichtig. Denn am Sonntag scheint hier die halbe Bevölkerung der Kaffeeregion ihre Freizeit zu verbringen. In dem gestern Abend noch so ruhigen Städtchen herrscht nun heiterer Trubel.

Die wenigen Europäer fallen in der Menschenmenge kaum noch auf. Es scheint ratsam, für den Abend einen Tisch zu reservieren. Das Restaurant La Gran Trucha ist authentisch und günstig.Da es uns sehr gefallen hat, hoffen wir dort auf eine ruhige Ecke.

Grünes Haus am Marktplatz von Salento.
Und ein blaues Haus - Salento ist einfach bunt.

Gesagt, getan, erwartet uns im Restaurant eine unerwartete Premiere: Wer in Salento einen Tisch für den Abend reserviert, muss dafür scheinbar 20.000 Pesos als Sicherheit hinterlegen. Das ist uns neu. Aber hier ist man geschäftstüchtig – und Gäste, die es sich nach ihrer Reservierung anders überlegen, bringen keinen Umsatz.

Ich traue der freundlichen Dame und gebe ihr den Schein. Danach bleibt noch genügend Zeit, um ein wenig durch das Städtchen und über den Marktplatz zu schlendern. Zudem sollten wir nach der matschigen und durch das feuchte Klima auch schweißtreibenden Wanderung durch das Cocora-Tal noch unbedingt duschen und frische Klamotten anziehen.

Ein schöner kleiner Balkon in Salento - Kolumbien.
Auch die Hydranten sind in Salento mit Farbe verziert.
Auf der Plaza de Bolívar in Salento - Kolumbien.

Am Abend leeren sich die Gassen von Salento jedoch wieder. Als wir zum Abendessen im La Gran Trucha ankommen, sind die meisten Tische frei. Wir bekommen also so oder so wieder unseren schönen Tisch im Grünen und ich frage nach den hinterlegten 20.000 Pesos.

Der Kellner schüttelt nur unwissend den Kopf. Ich renne erst einmal meinem Geldschein hinterher und finde ihn bei der Chefin im Büro. Ordentlich hat sie diesen mit Klebeband an der Wand befestigt und lacht fröhlich, als sie mich erkennt.

Bunte Willys-Jeeps auf dem Marktplatz von Salento.
Im Restaurant La Gran Trucha in Salento.

Doch es scheint ein stressiger Tag gewesen zu sein. Das Hauptpersonal ist wohl bereits auf dem Heimweg, sodass sich eine Handvoll Aushilfen um das Wohl der Gäste sorgt. Nach dem professionellen Service vom Vorabend müssen wir heute ständig schmunzeln. Und irgendwann muss ich dem jungen Kellner dann doch die Weinflasche aus der Hand nehmen. Dass man vor dem Entkorken zuerst die Plastikkappe entfernt,

anstatt den Korken einfach durch alles hindurch zu ziehen, ist ihm neu. Heute sind wir froh, einen Tisch für uns allein zu haben. Denn Suppe und Hauptgericht werden gleichzeitig serviert. Aber klar, wir haben ja auch alles gleichzeitig bestellt. Dafür fehlen Messer, die ich besorge. Zuletzt holt Lars den noch fehlenden Salat in der Küche und schon kann die Schlemmerei beginnen. Der Tisch steht voll mit verschiedenstem Essen.

Anne am Tisch voller Essen im La Gran Trucha von Salento.
Im La Gran Trucha weiß man jetzt, wie Wein entkorkt wird.
Nostalgischer Gesang in der Billar Danubio Hall in Salento.

Wir haben einen lustigen Abend, machen den jungen Leuten mit einem schönen Trinkgeld Mut, sich weiterhin anzustrengen, und bummeln durch die Gassen. Es ist inzwischen richtig ruhig geworden in Salento. Auch trotz des langen Tags und der Wanderung hätten wir gerne noch etwas getanzt. Kolumbien sollte doch ein Land für Salsa-Tänzer  sein.

Doch auch in Salento werden die Gaststätten mit Tischen vollgestellt, selbst wenn sie anschließend nur zum Billardspielen dienen. Da bleibt für die Tänzer kein Platz übrig. Wir verweilen einfach etwas bei der Billar Danubio Hall und lassen den Abend beim nostalgischen Gesang des »Caballero« ausklingen.

VG Wort
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