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Rückweg nach Tarrafal

Wanderung von Tarrafal zum Leuchtturm 4/4

Gleich nach dem zweiten Tümpel rasten wir im Schatten einer Baumgruppe. Kiki läuft indes ein Stück weiter, um nach den Weg zu sehen. Das denken wir zumindest. Stattdessen ist er nämlich auf dem Weg zu einer Quelle, um seine Trinkflasche aufzufüllen.

Wir gönnen es ihm und werden seinem Beispiel sicher nicht folgen. Zu groß ist für Mitteleuropäer das Risiko, fremde, schädliche Bakterien zu konsumieren. Die Pause aber tut uns richtig gut. Immerhin sind wir schon wieder seit drei Stunden unterwegs.

Wasserstelle am Monte Graciosa
nordöstlich vom Monte Graciosa

Nachdem wir die nächste schweißtreibende Kuppe überwunden haben und uns etwas nordöstlich vom Monte Graciosa wieder finden, können wir den weiteren Verlauf der Wanderung erkennen. Wie ich befürchtet hatte, führt diese weit am Berg vorbei, bevor es in einer langen Kurve zu einem Dorf geht. »Oh, Assomada«, bemerke ich und ernte Kikis Lachen. Nein, natürlich ist es nicht Assomada (das wäre wirklich der Gipfel), sondern der entlegene Ort...

ähm, eigentlich hatte ich gedacht, dass ich das Nest auf irgendeiner Karte finde... )-: Nun gut, auf jeden Fall kommen wir durch ein Dorf, in dem es neben spielenden Kindern, Hunden, Ziegen und Rindern in den Gassen ein Dach gibt, was mit einer größeren Photovoltaikanlage glänzt. Wer hätte diesen Fortschritt hier erwartet?

Dorf hinter dem Berg
entlegen, aber mit Solarstrom

Geht es in dem Dorf schon steil nach oben, wird der Weg danach zur Qual. Also, der Graciosa hat eine Höhe von etwa 650 Meter. Bedenkt man, dass wir bei 0 m gestartet sind, hoch auf ein Plateau (200), runter zum Leuchtturm (20?), wieder hoch aufs Plateau, auf und ab um die Nordseite (150, 100, 150, 120, 200 - oder so) mussten,

um über dem Dorf den sonnenverbrannten Monte Graciosa endlich in Angriff zu nehmen, dann will ich gar nicht darüber nachdenken, wie viele Höhenmeter uns in den Beinen stecken, als wir uns östlich vom Berg auf halber Höhe zum Gipfel befinden.

auf dem Monte Graciosa
von was leben die Rinder hier?

Zugleich sind wir froh, dass wir Kiki dabei haben. Denn oben ist der Boden so hart, dass der Weg nicht zu sehen ist. Wie lange Zeit übrigens auch Tarrafal. Denn leider besteht der Bergrücken des einstigen Vulkans aus mehreren Rippen, die wir brav eine nach der anderen erklimmen.

Erst, als wir die vorletzte bewältigt haben, und ich schon behauptet habe, dass Tarrafal verschwunden sei, entdecken wir die Stadt weit unter uns. Und vor uns erneut Rinder, die in der Einöde stehen und der Regenzeit nachtrauern.

Blick vom Berg nach Tarrafal
Strand von Tarrafal

Insgesamt 5 Stunden und 15 Minuten nach dem Start beim King Fisher erreichen wir schließlich den Strand von Tarrafal. Die Sonne steht hoch und wir geben uns Mühe, möglichst entspannt und

(das mussten wir uns geben) munter plappernd wie nach einem leichten Spaziergang in die Ferienanlage zurückzukehren. Schade nur, dass uns diesmal niemand empfängt (-;

Video Wanderung von Tarrafal zum Leuchtturm Ponta Preta

Wanderung von Tarrafal zum Leuchtturm an der Ponta Preta im Nordwesten von Santiago, Rückweg über Monte Graciosa.
VG Wort
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