Isla Saona

Koralle - nicht mit nach Hause nehmen

Neben vielen kleinen Bruchstücken finden wir am Strand der Isla Saona den Zweig von einer Fächerkoralle. Leider dürfen wir ihn zum Schutz der Art nicht mit nach Hause nehmen, aber immerhin ein Foto kann uns keiner verwehren.
Nach dem Mittagessen mit Fisch, gegrilltem Fleisch, Gemüse und Reis gehen wir ein wenig Schnorcheln.
Intakte Korallen gibt es in der Nähe des Ufers zwar keine, eine größere Ansammlung an Schutt, Betonklötzen, verrosteten Eisenstangen und sonstigem Müll aber bietet zahlreichen Fischen Unterschlupf.

Saona

Begeistert folgen wir einem Schwarm Karibik-Doktorfische auf seinem Weg über das Beton- und Rostriff, entdecken einen einzelnen Kofferfisch und viele andere, teils winzig kleine Arten, die im Schatten der Betonklötze Schutz suchen.
Dann aber wechselt die Stimmung. Denn zwischen all dem anderen Gerümpel bemerke ich drei schlauchartige Gebilde, die sich bei genauerem Hinsehen als das unbrauchbare Innere von Schildkröten herausstellen. Nun also wissen wir, wie die Tiere enden, deren Panzer zum Beispiel auch bei den Ständen am Strand von Punta Cana zum Kauf angeboten werden.

Zurück geht es mit dem Schnellboot. Sicherheit ist hier natürlich oberste Priorität. Das heißt, auch die vielen, mittlerweile recht gut angetrunkenen Ballermannausflügler müssen die obligatorische Schwimmweste tragen. Leider steigen wir etwas zu früh in das Boot ein. Denn so sitzen wir recht weit hinten - dort wo Leute mit Rückenproblemen sitzen sollten - und heben wir mit dem Boot nicht ganz so oft und vor allem nicht so hoch ab wie die Personen ganz vorne.
Nach rasanter Fahrt stoppen wir vor der Küste des »Parque Nacional del Este«. Obwohl wir noch wenigsten 200 Meter von der Küste entfernt sind, ist das Wasser nur hüfttief und warm wie in der Badewanne.

Warum das Wasser hier so warm ist, verrät lautstark unser Ausflugsführer: »Weil die vielen Urlauber hier Pipi machen.« Ahja, das ist genau das, was wir hören wollten. Möglicherweise hat er sogar recht, denn außer uns halten noch circa 20 weitere Schnellboote auf der Sandbank. Laut Ausflugsbeschreibung sollen wir hier jede Menge Seesterne beobachten können. Seeigel haben wir zwar gesehen, Seesterne jedoch nur einen toten, den ein paar Franzosen immer wieder aus dem Wasser hoben.

Anne und Lars im Schnellboot
Lars in der Badewanne

Dann aber sollen wir schon wieder zum Boot zurückkehren, denn nachdem jeder Ausflügler einen Becher Cola-Rum oder Rum-Cola (in unserem Fall nur Cola) bekommen hat, läuft unser Ausflugsleiter zur Hochform auf. Breitbeinig steht er oben auf dem Boot und verkündet mit geschwellter Brust (und gehobenem Becher): »Von der Mitte zur Titte, zum Sack zackzack!«, »Hau wech die Kacke!«, um anschließend eine ganze Litanei  wenig erquickender Promillesprüche zum besten zu geben.

Als wir am Abend der Tui-Reiseleitung enttäuscht vom Ablauf des Ausflugs berichten, ist die Tui-Tante sichtlich entsetzt. Nein, eine Ballermannfahrt hätte das nicht sein sollen. Auch kannte sie den Leiter des Ausflugs bisher noch gar nicht so. Natürlich fragt auch sie, ob denn Leute aus Bayern dabei waren. Anscheinend begeben sich nur Bayern in die Karibik, die mit ihrem Auftreten die Oktoberfestmentalität perfekt verkörpern. Immerhin entschuldigt sich sie sich bei uns für das Auftreten des Ausflugsleiters und bietet uns einen Abend später eine kleine Entschädigung in Höhe von zwanzig Prozent des Ausflugspreises an.

VG Wort