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Hutong und Pekingoper

Annette und Lars in Rikscha

Unsere erste und bislang einzige Rikscha-Fahrt brachte uns in das chinesische Viertel von Peking. Chinesisch deshalb, weil sich in den Hutongs (zu deutsch: Durchlass) das Leben der Einheimischen am besten nachvollziehen lässt. Wer denkt, sich in diesem Gassengewirr alleine zurechtfinden zu können, kann sich schließlich glücklich schätzen, einen Taxifahrer zu finden, der sich zumindest zum nächsten Boulevard durchfragen kann.

unser Rikschafahrer

Erst tat uns ja unser Fahrer leid, der mit seinen 67 Jahren und magerer Statur nicht allzu kräftig erschien, dann dachten wir »welch Glück für ihn, uns zu haben«, da wir zumindest die leichtesten unserer Reisegruppe waren. Letztendlich taten wir uns selber leid, da unser Fahrer den anderen Rikschas vorweg fuhr, um klingelnd, rufend und vorfahrtnehmend einen Weg durch den Verkehr zu bahnen ...

»liang zhi lao hu, liang zhi lao hu
pao de kuai pao de kuai
yi zhi mei you er duo, yi zhi mei you wei ba
hen qi guai, hen qi guai«
das war: Bruder Jakob auf Chinesisch-Mandarin.

Aus diesem Kindergarten (zu deutsch: Seuchenschleuder), dem ersten Halt dieser Rundfahrt, habe ich mir ein ganz besonderes Andenken mitgebracht: Röteln!!!
Zum Glück ist diese Kinderkrankheit jedoch völlig ungefährlich und brach auch erst einen Tag nach dem Urlaub aus.

Chinesenkinder, davon wenigstens eines mit Röteln
Schlafstall im Kindergarten

Der nächste Halt brachte uns zu einem der vielen Märkte innerhalb der Hutongs, in welchem wir kaum von den Händlern zum Warenkauf aufgefordert wurden, was das Durchschlendern sehr viel angenehmer machte als bei den Souvenirständen.

Unterwegs kamen wir bei einem der vielen öffentlichen Toiletten vorbei, aber Achtung: diese Toiletten widersprechen uns nicht nur mit ihrer mangelnden Hygiene, sondern sind zudem alles andere als intim. Mein Fotografierversuch habe ich dann auch abgebrochen, nachdem ich da schon jemanden hocken sah.

Kindergarten - Innenhof
Markt im Hutong

Der letzte Halt, die Besichtigung eines Hofhauses, hat für uns keinen großen Sinn ergeben. Zur Vorführung steht nämlich lediglich die Wohnung eines sehr Begünstigten, der dann statt Trinkgeld gleich mal ein »Austrittsgeld« verlangte.

Zum Abschluss des Abends stand die weltberühmte Pekingoper auf dem Programm. Ich hatte da ja so meine Zweifel, ob das wirklich lohnt, eine Stunde (es gibt auch welche mit sechs Stunden) war ja aber nicht zu lang und ... naja, dann saßen wir halt in einer Pekingoper.

Zur Information: Oper ist eigentlich der falsche Begriff, weil es sich um eine Art Theater handelt. Anbei sehr symbolisch, sodass z.B. ein einzelnes Paddel für ein Fischerboot stehen kann oder drei Soldaten eine ganze Armee darstellen. Anbei, neben einem Quietsche-Kammerorchester zu Beginn, ein hauptsächlich von einer Trommel und einen Schepperbecken begleitetes Spektakel.

Zu dem uns gebotenem Jaul(schau)spiel soviel: ich habe Annette geweckt, kurz bevor sie vom Platz gefallen wäre. Sie war später die erste von dreien, die ihr Einschlafen zugaben. 15 Minuten reichen damit im allgemeinen, um zu wissen, dass man das kein zweites Mal sehen muss.

VG Wort
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