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Himmelstempel

Altar des Himmelrunds - Terrasse Welt der Sterblichen
Halle des Himmelsgewölbes

Mit Annettes sowie meiner kleinen Kamera gerüstet, erreichen wir am Nachmittag den Himmelstempel (Tiantan), einen Sakralbau aus dem Jahre 1420.

Der symbolträchtigste Bau des Tempels ist der Altar des Himmelrunds (Huanqiutan), auf welchem der Kaiser am Tag der Wintersonnenwende nach drei Tagen des Fastens um eine reiche Ernte bat.

Lars bei Himmelstempel

Der Altar selbst besteht aus drei Terrassen, welche die Erde, die Welt der Sterblichen sowie den Himmel symbolisieren.

Neun Stufen trennen dabei jeweils die Terrassen voneinander, welche wiederum von neun Balustraden umringt werden. Dabei kommt der Zahl neun eine ganz besondere Bedeutung zu, da neun Ebenen in den Himmel führen sollen. Kein Wunder also, dass die Zahl neun gleichzeitig als Zahl des Kaisers galt.

Halle des Erntegebets (Qinian Dian)
Halle des Fastens (Zhaigong)

Im Anschluss an den Himmelstempel durften wir an einer  Teezeremonie teilnehmen. Nach Vorstellung verschiedener Teesorten, wie z.B. dem Drachentee, wurden Teekanne und Deckel etliche Male mit dem heißen Wasser übergossen, bis endlich der erste Tee aufgesetzt wurde. Diesen jedoch galt es nicht zu trinken, denn erst der mildere zweite Aufguss der Kräutermischung ist zum Genuss geeignet.

Wer denkt, Chinesen wären durch und durch verstockt, wurde dann eines besseren belehrt. Ich hatte mich ja schon gewundert, als ich in einer der größeren Tassen ein »Ständermännle« aus Terrakotta erblickte. Dieses wurde nämlich mit dem heißen Wasser übergossen, um im nächsten Moment einen halben Meter weit zu pinkeln. Dies bedeutete, dass das Wasser die richtige Temperatur hatte und außerdem, dass ich meine nunmehr nasse Kamera besser woanders hingestellt hätte ... *grr*

Teezeremonie
Annette und Lars bei Teezeremonie
VG Wort
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