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Das Koloniale Hongkong

Tram in Hongkong

Mit der nächsten Fähre fahren wir zurück nach Hongkong-Island, wo als nächstes das koloniale Hongkong auf unserem Programm steht. Um die baulichen Zeugnisse aus der Kolonialzeit zu finden, muss man allerdings genau hinschauen. Denn dank der vielen Bürotürme verschiedener Finanzinstitute sind einst so imposante Bauten wie die St. John’s Cathedral, das Parlamentsgebäude oder die alte Börse heute optisch bedeutungslos. Vor allem britische Banken und Versicherungen, aber auch deutsche Investoren nutzen diesen Standort, um in China zu investieren.

Dabei wurde der Grundstein für diese Entwicklung ebenfalls bereits in der Kolonialzeit gelegt. So führte der britische Handel mit China, der unter anderem den Verkauf großer Mengen Opium aus Indien vorsah, im Jahr 1841 zum ersten Opiumkrieg. Nach anderthalb Jahren endete dieser mit dem Vertrag von Nanjing. Die Chinesen waren dadurch gezwungen, mehrere Häfen für den Handel zu öffnen, 21 Millionen Silberdollar Entschädigung zu zahlen und Hongkong an die Briten abzutreten.

In der Folgezeit wurden bis zu Dreiviertel der indischen Opiumproduktion Indiens in Hongkong umgeschlagen und nahm die wirtschaftliche Bedeutung Hongkongs stetig zu.
Zu einem weiteren Aufschwung der Insel führte der japanisch-chinesische Krieg von 1937, da viele chinesische Firmen ihre Fabriken ins sichere Hongkong verlagerten. Als 1949 die Kommunisten an die Macht kamen, flohen zahlreiche chinesische Unternehmer nach Hongkong, die neben Kapital und Maschinen vor allem ihre kaufmännische Erfahrung mitbrachten.

Park im kolonialen Bankenviertel von Hongkong
St. John´s Cathedral
Legco Building - Stadtparlament von Hongkong

Inmitten des kolonialen Bankenviertels gehen wir zur protestantischen Kirche, wo sich ein kleiner, schöner Park befindet, für den außer uns keiner Zeit zu haben scheint. Ein kurzer Aufenthalt in dieser künstlichen Welt soll auch uns reichen, da wir bereits höhere Ziele ins Auge gefasst haben.

Nach dem Mittag geht es nämlich hoch hinaus mit uns. Aber Vorsicht: die Bank of China sieht sich nicht als touristische Attraktion, weshalb man vorm Eintreten mal flugs die Kamera verschwinden lassen sollte.

Einmal im Gebäude angekommen, steigen wir in einen der Hochgeschwindigkeitslifte, der uns mit Umstieg in der 43 Etage bis fast nach ganz oben bringt.

die alte Bank of China vor der neuen
Blick von der Bank of China auf einen Park von Hongkong

Irgendwie ist das ja schon witzig, wenn einem der erste Lift lediglich die Wahl zwischen der 1. oder 43. Etage bietet, um nach 43 Sekunden dann auch das Ziel zu erreichen.
Mit dem nächsten Lift hätten wir dann bis in die 68. von 70 Etagen fahren können, wenn da nicht zu unserem Unglück ein Chinese mit einem »no admittance«-Schild gestanden wäre.

Drei Etagen tiefer, in eine kleine Nische gezwängt, bietet sich uns aber auch ein berauschender Überblick über die anderen Gebäude hinweg.
Und weil wir keine Zeit mehr dazu sahen, die zweite Hälfte des Parks zu durchlaufen, soll ein Foto aus der 65. zur späteren Ansicht genügen.

VG Wort
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