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Laban Rata Resthouse

Kurz nachdem wir die 4-km-Marke (12.11 Uhr, 2745 m) passiert haben, zweigt ein Pfad nach rechts zum Mesilau Nature Resort ab. Dieser Weg ist vor allem bei Pflanzen- und Tierliebhabern beliebt. Wir jedoch laufen weiter geradeaus und damit schnurstracks hinauf auf den Kinabalu. Wer noch genug Kraft hat, um sich an der Natur zu erfreuen,

wird feststellen, dass die Bäume in dieser Höhe längst nicht mehr so groß wie in den tiefer gelegenen Wäldern des Kinabalu werden. Die Baumfarne sind ganz verschwunden. An ihre Stelle sind niedrige Büsche und Rhododendren getreten. Auch Orchideen mit winzigen Blüten sind in der oberen Bergregion zu finden.

Laban Rata Resthouse
Restaurantbereich im Laban Rata Resthouse

Die letzten zwei Kilometer bis zum Laban Rata Resthouse haben es in sich. So müssen wir immer wieder kurz innehalten, um unsere Kräfte zu schonen. Als wir um 12.43 Uhr die 4,5-km-Marke bei knapp 2900 Meter über dem Meer passieren, spüren wir längst, dass die Luft hier oben dünner ist.

So bin auch ich froh, dass wir bei der Schutzhütte Pondiosa nochmals eine Weile verschnaufen, eh wir um 13.19 Uhr in die Region oberhalb von 3000 Metern über dem Meer kommen. Dennoch: die letzten 300 Höhenmeter (zwischen Kilometer 5 und 6) gehen ziemlich an die Substanz.

die letzten Höhenmeter zum Laban Rata Resthouse
vom Wetter gezeichneter Baum am Kinabalu
Annette erholt sich allmählich wieder.

14.30 Uhr: endlich haben wir das Laban Rata Resthouse erreicht, rund anderthalb Stunden später als wir ursprünglich gedacht hatten. Wir sind erschöpft und wir haben leichte Kopfschmerzen. In dieser Höhe ist das normal.

Im Gegensatz zu anderen Bergsteigern, welche das Resthouse vor uns erreicht haben, aber geht es uns gut. So reichen zwei Kopfschmerztabletten mit Cola, damit wir uns schon bald deutlich besser fühlen.

Zimmer mit Doppelstockbetten im Laban Rata Resthouse
Laban Rata Resthouse - Restaurant und Aufenthaltsbereich

Unser Zimmer besteht aus zwei Doppelstockbetten. Leider funktioniert die Stromversorgung vom Laban Rata Resthouse nur schlecht, weshalb die Heizung abgestellt und die Steckdosen zugeklebt sind. Insgesamt aber macht das Gebäude einen besseren Eindruck, als wir befürchtet hatten. So ist der Speise- und Aufenthaltsraum zwar einfach, aber ansprechend eingerichtet. Das Büfett ist sogar besser als im Bako Nationalpark. Wer sich erfrischen will, empfehlen wir einen Sprung unter die Dusche. Sie wird von Bergwasser gespeist, das sich eiskalt anfühlt.

Die Arme, Beine und den Kopf (!!!) unter das fließende Wasser zu halten, kann ich noch einigermaßen aushalten. Rücken und Brust aber gehen einfach nicht. Als ich Annette meine Katzenwäsche beichte, lacht sie. Sie hat es genauso gemacht. Als wir uns später mit anderen Bergsteigern unterhalten, stellen wir fest, dass diese Art zu Duschen hier oben ganz normal ist. Allerdings sollte man sein Duschgel oder irgendwelche Tuben unbedingt in eine Tüte einpacken. Andernfalls riskiert man, dass sie sich durch den hier oben viel geringeren Luftdruck öffnen und auslaufen.

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