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Ankunft bei den Iban

Nach einer gefühlten Ewigkeit erreichen wir den Bootsanleger. Wir sind patschnass! Einzig unsere Rucksäcke sind während der Fahrt auf dem Lemanak trocken geblieben. Aber das soll sich bald ändern. Denn bis zum Iban-Langhaus müssen wir gut 100 Meter weit laufen. Das reicht, um den Stoff soweit zu durchtränken, dass auch im Rucksack mehrere Sachen nass werden.

Alles Paletti!
Weg vom Iban-Langhaus zum Lemanak River
Eingang ins Iban-Langhaus

Aber so böse es auch klingt, wir sind gut gelaunt. Wir sind froh, das Ziel für die nächsten zwei Nächte erreicht zu haben und: wir werden trotz des heftigen Regens herzlich empfangen. So läuft uns eine Iban-Frau mit einem großen Hut entgegen, während sie auf einen Gong schlägt und uns anstrahlt. Sie ist trocken.

Monsun in Borneo
Hut als Regenschirm

Im Langhaus angekommen, gilt es zu allererst, die nassen Klamotten loszuwerden. Mensch bin ich froh, dass ich ein (!) Ersatz-T-Shirt mitgenommen habe. Aber gut, schließlich laufen noch andere Männer mit freiem Oberkörper herum. Und die Hose trocknet eh besser, wenn man sie anbehält...

Während wir unser Quartier beziehen, brüht Nixon reichlich Tee auf und stellt in der für Besucher eingerichteten Küche sogar trocken gebliebene Kekse auf den Tisch. Außerdem sehen wir, dass er jede Menge Wasserflaschen für uns mitgenommen hat.

Annette wärmt sich bei einer Tasse auf.
Nixon serviert erst einmal heißen Tee.
Auch die Iban-Frau ist bei der Bootsfahrt platschnass geworden.

Apropos Wasser: vor der Reise hatte Annette gelesen, dass man genug Wasser mitnehmen sollte, da es bei den Iban auch kein Wasser gebe. Als ich vor Ort nochmals darüber nachdenke, muss ich lachen. Wer hier Durst hat, braucht eigentlich nur hinaus gehen und ganz, ganz kurz den Mund öffnen. Denn für den Regen, 

der nach unserer Ankunft einsetzt, fehlen mir die Worte. Es ist schier der Wahnsinn, was es hier während des Monsuns runterprasseln kann. Selbst von kleinen Dächern schießt das Wasser wie ein Sturzbach in die Tiefe. Durch das Wellblechdach ist es höllisch laut - und blickt man nach draußen, schaut man wie durch einen Wasserfall in die trübe Landschaft.

Iban-Langhaus
unser Bungalow bei den Iban

Aber: irgendwann hört es auch wieder auf. So nutzen wir den späten Nachmittag, um uns in der Umgebung des Langhauses umzuschauen. Dadurch, dass alles nass ist, leuchten die Farben. Der Sungai Lemanak sieht trotz des Hochwassers schon wieder viel idyllischer aus und schließlich zeigt sich sogar wieder die Sonne.

Video zum Lemanak River und Iban in Borneo

Fahrt über den Lemanak River zu den Iban ins Langhaus-Reservat im Staat Sarawak auf Borneo. Aufnahmen vom Monsunregen.
VG Wort
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