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Lemanak River

Iban
schlafen bei den Iban

Am letzten Morgen im Reservat weckt uns das Gegacker der Hühner. So richtig gut ausgeschlafen sind wir zwar nicht. Das liegt aber auch an den vielen Eindrücken, die wir in so kurzer Zeit sammeln konnten und die uns in der Nacht immer wieder durch den Kopf geschwirrt sind. Waren es auf der einen Seite die Kinder,

die uns neugierig beäugten, um dann ihre Kletterkünste zu zeigen, so begegneten uns andererseits die Erwachsenen mit natürlicher Freundlichkeit. So ist es keineswegs selbstverständlich, dass wir dazu eingeladen wurden, im Kreis der Iban Suppe zu essen, noch bevor Nixon das für uns bestimmte Menü zubereitet hatte.

Iban-Frau bei der Handarbeit - Basteln von Regenhüten
Rambutan-Baum
Iban-Frau

Man kann es vielleicht auch so sagen: Wer nur eine Nacht bei den Iban bleibt, ist Gast. Wer zwei Nächte bleibt, ist schon Teil der Familie. Nach der dritten Nacht darf man dann wahrscheinlich mit anpacken. Wenn das so hinkommt, ist es wohl ganz gut, nach der zweiten Nacht zu gehen.

Vorher aber dürfen wir unser Geschick mit dem Blasrohr beweisen. Gute zwei Meter ist das Rohr lang, aus der ein leichter Pfeil fliegt. Bevor wir das Rohr an den Mund ansetzen, lernen wir, dass die Pfeile nicht mit Gift, sondern mit einem starken Betäubungsmittel getränkt werden. Ansonsten könnte man das Tier nach einer erfolgreichen Jagd nicht essen.

Anne versucht sich im Blasrohrschießen
Familienwappen der Iban am Lemanak

Bei unserem Training spielt es keine Rolle, da wir auf eine Scheibe zielen - und auch treffen. Es ist tatsächlich gar nicht so schwierig, da der Pfeil durch das lange Blasrohr sehr ruhig fliegt und die Richtung durch die Länge des Rohrs gut eingeschätzt werden kann. Man muss lediglich bedenken,

dass die Augen ein Stück höher sind als die Öffnung und der Pfeil auch auf der kurzen Distanz ein paar Zentimeter nach unten sinkt. Allerdings sollte man auf den Wind achten. Denn da die Scheibe aus Styropor ist, kann sie leicht umklappen, sodass nur noch der Rand als Zielfläche bleibt.

Bootsfahrt auf dem Lemanak
Iban-Kind beim Fischen im Lemanak

Wenig später heißt es dann Abschied nehmen. Bei der Rückfahrt haben wir mehr Glück als bei der Hinfahrt. Die Sonne scheint, sodass wir die letzte Bootsfahrt auf dem Lemanak noch einmal in vollen Zügen genießen können. Hatten wir am Tag unserer Ankunft das Ende der Fahrt herbei gesehnt, könnte die Fahrt jetzt gerne doppelt so lang dauern. Der Fluss und die Landschaft sind einfach herrlich anzuschauen.

Video zum Iban - Blasrohrtraining und Rückfahrt

Blasrohrtraining bei den Iban, Eindrücke vom Langhaus und Bootsfahrt auf dem Sungai Lemanak sowie Aufnahmen von Kannenpflanzen.
VG Wort
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