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East Side Gallery

mit Start an der Oberbaumbrücke

die schöne Oberbaumbrücke in Berlin

Blicken wir auf die schöne Seite von Sturmtief Herwart. Sowie die orkanartigen Böen abgezogen sind, folgt auf den tief hängenden Wolken ein strahlend blauer Himmel. Tatsächlich werden wir am nächsten Morgen von der Sonne geweckt. Damit herrschen beste Voraussetzungen für ein gemütliches Mittagessen auf dem Fernsehturm. Nach einem ruhigen und entspannten Start in den Tag fahren wir also mit der Tram bis zum Warschauer Platz.

Dort wollen wir zunächst einen längeren Spaziergang unternehmen. So zumindest lautet unser Plan. Leider aber ist ein guter Teil der Schienen wegen Bauarbeiten gesperrt, sodass wir auf den Schienenersatzverkehr ausweichen müssen. Leider steht der Bus schon nach kurzer Fahrt im Stau. Zudem nimmt er mehrere Umwege, welche von der Tram-Linie abweichen, womit weitere Zeit verloren geht. Schließlich endet der Ersatzverkehr ein gutes Stück vom Warschauer Platz entfernt.

die schöne Oberbaumbrücke in Berlin
hübsche Stütze in der Oberbaumbrücke von Berlin
an der East Side Gallery in Berlin

Dadurch wird unser Spaziergang etwas länger und erreichen wir die Oberbaumbrücke später als gedacht. Egal, denn schön ist, dass ich Lars hin und wieder auch mal mit einer Sehenswürdigkeit überraschen kann. Denn auch wenn die Brücke mit ihren roten Backsteintürmen die schönste Brücke Berlins ist

und regelmäßig Fernsehserien und Filmen als Kulisse dient, ist sie ihm sichtlich unbekannt. Wir genießen eine Weile den Blick über die Spree und beobachten Ausflugsboote, welche den niedrigen Durchgang der Brücke passieren.

ein Hotelboot an der Spree, gleich neben der East Side Gallery
die Promenade entlang der Spree bei der East Side Gallery

Dann wechseln wir auf die Schattenseite der Brücke. Ganz in der Nähe beginnt die East Side Gallery. Auf einer Länge von 1.300 Metern stellt sie die wahrscheinlich längste Open-Air-Galerie der Welt dar. Bereits kurz nach der Wende haben Künstler aus 21 Ländern begonnen, die im ehemaligen Osten gelegene graue Mauer mit bunten Motiven zu verzieren.

Vorher war dies nur auf der Westberliner Seite der Mauer möglich. Über 100 großformatige Bilder stehen für die Freude des Mauerfalls und die Überwindung des eisernen Vorhangs in Europa. Sie sollen ein Ausdruck der Hoffnung, aber auch eine Mahnung an nachkommende Generationen sein.

auf der Westseite der East Side Gallery
eines der Bilder der East Side Gallery von Berlin

Allerdings ließ sich der Erhalt der Mauer nur schwer mit dem neuen städtebaulichen Konzept vereinbaren. Denn unmittelbar hinter der Mauer planten Investoren Luxuswohnanlagen und Hotels. Die Künstlerinitiative East Side Gallery e. V., welche bereits seit 1996 für einen Erhalt der Mauerkunstwerke bemüht ist, kämpft unermüdlich gegen den Abriss.

Dennoch wurde für eine Baustraße über Nacht ein Teil der Mauer eingerissen. Der übrige Teil wird – so hoffen wir – weiterhin als Denkmal bestehen bleiben. So dürfte es mit der Zeit immer schwerer werden, dieses neue Wahrzeichen Berlins den Interessen einiger weniger zu opfern. Und doch hat der Verein immer wieder Arbeit mit den aufwendigen Reinigungen und Ausbesserungen von Schäden.

Trabbi aus der Mauer - East Side Gallery
Bild der East Side Gallery von Berlin

Leider ist die Mauer nur auf der Ostseite, also zur stark befahrenen Straße hin bemalt. Entlang der Westseite verläuft zwar eine schöne Promenade entlang der Spree. Doch die Idee für eine »West Side Gallery« löste beim East Side Gallery e. V. Entrüstung aus. Ihre Seite des Denkmals sollte seinen eigenen Wert bewahren.

Trotzdem entstanden ab 2013 auf der »anderen« Seite der Mauer ebenfalls großformatige Bilder. Auf ihnen sind Grenzanlagen aus aller Welt dargestellt, welche nun einen gelungenen Kontrast zu den farbenfrohen Kunstwerken der Ostseite bilden. Für Mauerspechte und Brückenbauer jedenfalls gibt es noch einiges zu tun.

Gemälde an der East Side Gallery in Berlin
Gemälde an der East Side Gallery in Berlin
VG Wort
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