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Spaziergang zur Kalvarienbergkirche

Nach dem ersten Abstecher in die Altstadt geht es für uns das erste Mal für dieses Wochenende so richtig nach oben. Viele Höhenmeter erhebt sich der Kalvarienberg zwar nicht über dem Isartal.

Allein der steile Anstieg des Stationenweges aber macht uns zu schaffen. Doch die Mühe lohnt. Denn oben angekommen, eröffnet sich uns ein herrlicher Ausblick über Bad Tölz und das Isartal bis hin zum Karwendel.

Blick von der Kalvarienbergkirche über Bad Tölz
Schiff der Kalvarienbergkirche

Oben wacht die Kalvarienbergkirche mit ihrer weißen Doppelfassade über das Geschehen in der Stadt. Leider wird diese während unseres Besuchs restauriert, sodass die Seiten mit Gerüsten und Planen eingepackt sind. Um so mehr lohnt sich ein Blick ins Innere der Kirche.

Schon der erste, große Raum ist liebevoll gestaltet und wirkt - im Gegensatz zu vielen älteren Kirchen - sehr hell und freundlich. Steigt der Pfarrer auf den Hochaltar, steht er übrigens direkt über einem »Heiligen Grab« aus dem Jahr 1880.

Kalvarienbergkirche
Kalvarienbergkirche

Eine Überraschung erleben wir im zweiten Raum der Kirche. Denn hier wird eine eigentlich recht breite Holzstiege von zwei schmalen Steintreppen flankiert. Mit gutem Grund. So verrät ein Schild uns Fremden:

»Da diese mittlere Stiege nach dem Muster der wahren heiligen Stiege zu Rom hier errichtet und durch Einlegung mehrerer heiliger Reliquien eingeweiht worden ist, so soll von den Schriftgläubigen auf derselben nur kniend hinaufgebetet werden.« Dementsprechend sind die beiden Seitentreppen zum Auf- und Abgehen bestimmt.

Schiff der Kalvarienbergkirche
Kalvarienbergkirche

Wenige Meter von der Bergkirche entfernt kommen wir zur Leonhardikapelle. Erst als uns andere Besucher darauf ansprechen, bemerken wir die schwere Eisenkette, welche um das Mauerwerk gegürtet ist. Damit erinnert die Kapelle an den Gefangenenbefreier St. Leonhard und ist außerdem seit Mitte des 19. Jahrhunderts Ziel der Tölzer Leonhardifahrt.

Diese findet am 6. November statt und wird vom Reiseführer als opulentes Fest beschrieben, zu welchem Festtrachten, Truhen- und Tafelwägen, Schützenkompanien, Rösserumritte und Blasmusik gehören.

VG Wort
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