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Höhenwanderung auf dem Brauneck

Wanderung auf das Brauneck 2/3

Wie schnell wir unterwegs waren, merken wir, als wir am oberen Ende der Bergbahn ankommen. Denn statt der angegebenen 2,5 Stunden haben wir trotz der Pausen nur etwas mehr als zwei Stunden für den gesamten Aufstieg gebraucht. Anstrengend war es trotzdem und so freuen wir uns erst einmal in der Bergstation über ein kühle Apfelsaftschorle.

Hier fragt uns dann auch die Frau vom Kiosk, ob wir den Braunbär gesehen haben, bevor sie uns verrät, dass sie alle letzte Nacht nicht aus dem Haus durften. Will sie uns auf den Arm nehmen? Nein, es kam mehrmals in den Nachrichten. Warum aber sollten wir Nachrichten hören, wenn wir doch ein paar Tage dem Alltag entfliehen wollen? Nun ja, vielleicht das nächste Mal.

endlich oben
allmählich eröffnet sich uns die Aussicht

Wer sich oben umsieht, wird feststellen, dass das Brauneck (1555 m) kein Gipfel im eigentlichen Sinn ist, sondern eher der Ausläufer eines weit gespannten Felsstocks, dessen richtiger Gipfel von der Benediktiner-Wand (1800 m) gebildet wird.

Dennoch ist das Brauneck wegen seiner tollen Aussicht über eine beeindruckende Landschaft und sicherlich auch wegen der Seilbahn bei Wanderern beliebt und daher zugleich Ausgangspunkt mehrerer Höhenwanderungen.

Tor bitte wieder schließen!
Wanderweg auf das Brauneck

Da wir uns noch einigermaßen fit fühlen, entscheiden wir uns für die Tour zum Latschenkopf (1712 m). Vorbei an der Tölzer Hütte wundern wir uns jedoch schon bald über die Bezeichnung »familienfreundlicher Weg«. Denn dieser führt schon bald über felsigen Untergrund,

den wir an mehreren Stellen erst einigermaßen annehmbar hoch, dann aber entlang eines Stahlseils wieder herunterkraxeln müssen. Und wenig später überqueren wir einen windigen Grad, an dem gleich mehrere Grabsteine an das Schicksal vom Blitz erschlagener Wanderer erinnern.

Blick in das bayrische Voralpenland
Sicht vom Brauneck zur Bergstation

Wohl aber bieten sich uns immer wieder spektakuläre Blicke über und auch in die Bergwelt. Denn zwischen zerklüfteten Felslöchern entdecken wir die Schneereste des letzten Winters, bevor wir durch einen Spalt auf die nächste Grasmatte kommen. Der Braunbär ist natürlich längst weiter gezogen. Wohl aber finden wir eines der Schafe, welches Bruno angegriffen hatte. Zwar konnte es dem Bären entkommen, wurde an den Hinterläufen jedoch so stark verletzt,

dass es der Bauer wenig später von seinem Leiden erlösen musste. Dass sich das Tier an seine Herde vergriffen hat, kommentiert er nur mit den Worten: »Der Bär braucht ja auch was zum Leben.«
Wenig später wird es ungemütlich windig und kühl. Auch sind wir nun doch einigermaßen erschöpft und kehren nach Rast in der Quenger-Alm zurück zur Brauneck-Alm. Von dort bringt uns schließlich die Bergbahn nach Lenggries, wo ein schöner Wandertag endet.

VG Wort
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