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Auf das Brauneck bei Lenggries

Wanderung zu Zeiten des Braunbär Bruno

Nach kurzer Fahrt nach Lenggries starten wir zu unserer ersten großen Wanderung, hoch auf das Brauneck. Den Lift lassen wir links liegen, denn ja: wir wollen die 850 Höhenmeter aus eigener Kraft schaffen.

Dabei sind wir übrigens so ziemlich die einzigen, die das wagen. Was wir nämlich unten im Garland noch nicht wissen ist, dass in der Nacht zuvor der Braunbär Bruno oben auf dem Brauneck gesehen wurde und zwei Schafe gerissen hat.

der erste Berggasthof bei Lenggries

Dafür aber merken wir schon nach den ersten paar Höhenmetern, dass der teilweise recht steile Anstieg aus eigener Kraft einige Mühe kostet.  So würde ich am liebsten bereits beim Gasthaus der Reiser-Alm die erste Rast einlegen, nach nur einer halben Stunde Wanderung!

Zum Glück ist die Alm noch geschlossen, sodass wir erst gar nicht in Versuchung kommen, uns hier aufhalten zu lassen.

Annette nimmt das nächste Teilstück zum Brauneck in Angriff
kleine Hütte auf dem Weg nach oben zum Brauneck

Nach einigen weiteren Höhenmetern durch bewaldetes Gebiet genießen wir auf dem Garland die schöne Sicht auf Lenggries und die Berge auf der anderen Seite der Isar. Allmählich fühle ich mich wohler.

Denn schon nach einer Stunde haben wir doch schon fast die Hälfte des Aufstiegs hinter uns gebracht und - nach zwei kleinen Verschnaufpausen - kommen wir durch einen flacheren Teil der Bergkette.

Höhenwanderung auf dem Brauneck

Wie schnell wir unterwegs waren, merken wir, als wir am oberen Ende der Bergbahn ankommen. Denn statt der angegebenen 2,5 Stunden haben wir trotz der Pausen nur etwas mehr als zwei Stunden für den gesamten Aufstieg gebraucht. Anstrengend war es trotzdem und so freuen wir uns erst einmal in der Bergstation über ein kühle Apfelsaftschorle.

Hier fragt uns dann auch die Frau vom Kiosk, ob wir den Braunbär gesehen haben, bevor sie uns verrät, dass sie alle letzte Nacht nicht aus dem Haus durften. Will sie uns auf den Arm nehmen? Nein, es kam mehrmals in den Nachrichten. Warum aber sollten wir Nachrichten hören, wenn wir doch ein paar Tage dem Alltag entfliehen wollen? Nun ja, vielleicht das nächste Mal.

endlich oben beim Brauneck
allmählich eröffnet sich uns die Aussicht vom Brauneck aus

Wer sich oben umsieht, wird feststellen, dass das Brauneck (1555 m) kein Gipfel im eigentlichen Sinn ist, sondern eher der Ausläufer eines weit gespannten Felsstocks, dessen richtiger Gipfel von der Benediktiner-Wand (1800 m) gebildet wird.

Dennoch ist das Brauneck wegen seiner tollen Aussicht über eine beeindruckende Landschaft und sicherlich auch wegen der Seilbahn bei Wanderern beliebt und daher zugleich Ausgangspunkt mehrerer Höhenwanderungen.

Tor bitte wieder schließen! Runde beim Brauneck von Lenggries.
Wanderweg auf das Brauneck

Runde am Latschenkopf vorbei zur Tölzer Hütte

Da wir uns noch einigermaßen fit fühlen, entscheiden wir uns für die Tour zum Latschenkopf (1712 m). Vorbei an der Tölzer Hütte wundern wir uns jedoch schon bald über die Bezeichnung »familienfreundlicher Weg«. Denn dieser führt schon bald über felsigen Untergrund,

den wir an mehreren Stellen erst einigermaßen annehmbar hoch, dann aber entlang eines Stahlseils wieder herunterkraxeln müssen. Und wenig später überqueren wir einen windigen Grad, an dem gleich mehrere Grabsteine an das Schicksal vom Blitz erschlagener Wanderer erinnern.

Runde am Latschenkopf vorbei zur Tölzer Hütte
Sicht vom Brauneck zur Bergstation

Wohl aber bieten sich uns immer wieder spektakuläre Blicke über und auch in die Bergwelt. Denn zwischen zerklüfteten Felslöchern entdecken wir die Schneereste des letzten Winters, bevor wir durch einen Spalt auf die nächste Grasmatte kommen. Der Braunbär ist natürlich längst weiter gezogen. Wohl aber finden wir eines der Schafe, welches Bruno angegriffen hatte. Zwar konnte es dem Bären entkommen, wurde an den Hinterläufen jedoch so stark verletzt,

dass es der Bauer wenig später von seinem Leiden erlösen musste. Dass sich das Tier an seine Herde vergriffen hat, kommentiert er nur mit den Worten: »Der Bär braucht ja auch was zum Leben.«
Wenig später wird es ungemütlich windig und kühl. Auch sind wir nun doch einigermaßen erschöpft und kehren nach Rast in der Quenger-Alm zurück zur Brauneck-Alm. Von dort bringt uns schließlich die Bergbahn nach Lenggries, wo ein schöner Wandertag endet.

Anfahrt und Anforderungen zur Wanderung von Lenggries aus

Die Anfahrt erfolgt ab Bad Tölz über die B 13 nach Lenggries. In Lenggries einfach der Beschilderung zu den Brauneck- und Wallbergbahnen zum Großparkplatz direkt an der Talstation folgen.

Ausgangspunkt Parkplatz der Brauneck-Bergbahn
Koordinaten N 47.67640, E 11.55510
Gehzeit 4 Stunden (zurück mit der Gondel)
Distanz 9,9 km
Anstiege ca. 1.000 HM
Grad T2-3 (Kondition)
Einkehr Panoramarestaurant Brauneck, Stie-Alm / Idealhanghütte, Strasser Alm, Quenger Alm, Tölzer Hütte
gps-Daten Wanderung Brauneck gpx
kml-Daten Wanderung Brauneck kml

Wanderkarte Brauneck

Höhenprofil

Steigungsprofil

VG Wort
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