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Kurzurlaub in Bad Tölz

Auf den Spuren des Bullen von Tölz

der Brecherspitz am Spitzingsee nahe Bad Tölz

Im Juni 2006 waren wir für ein paar Tage in Bad Tölz. Auf das Ziel gekommen sind wir natürlich durch die Serie »Der Bulle von Tölz«. Nach der Anreise über München haben wir noch am ersten Tag einen ausgedehnten Rundgang durch die Altstadt und hoch zur Kalvarienbergkirche sowie entlang der Isar unternommen. An den nächsten Tagen sind wir außerdem zu zwei Wandertouren aufs Brauneck und zum Brecherspitz oberhalb des Spitzingsees aufgebrochen.

Auf der Rückfahrt von unserem Kurzurlaub haben wir einen kleinen Umweg über Füssen gemacht, wo wir die Schlösser Hohenschwangau und Neuschwanstein besichtigt haben. Der Besuch der bayrischen Schlösser lässt sich auch sehr gut mit einer Sommerreise ins angrenzende Tirol kombinieren.

Blick über die Isar zur Altstadt von Bad Tölz
Sicht vom Brauneck zur Bergstation

Erste Eindrücke von Bad Tölz

Kaum beim Hotel in Bad Tölz angekommen, brechen wir in die Altstadt auf. Das aus der Serie bekannte »Tölzer Tagblatt« können wir zwar nicht finden, dafür aber den Tölzer Kurier.

(der mit wahrscheinlich nicht ganz so vielen Fotografen loszieht, wie beim Bullen zu sehen sind). Zwischen mehreren Straßencafés meinen wir auch das Gebäude mit dem Devotionalienladen zu erkennen.

Blick vom Tölzer Kurier durch die Fußgängerzone
Fußgängerzone von Bad Tölz

Vergeblich suchen wir allerdings den Tölzer Polizeiposten. Als wir danach fragen, werden wir auf die Ringstraße geschickt. Diese führt aus der Altstadt heraus und uns leider zum falschen Ziel. Das heißt, nicht ganz, weil wir auf etwa halbem Weg merken, dass das nicht sein kann.

Tatsächlich nämlich befindet  sich  die  in der Serie zu sehende Kripostation  im oberen Teil der Fuß-gängerzone, existiert aber im Gegensatz zum Großstadtrevier lediglich während der Dreharbeiten.

In der Altstadt von Bad Tölz
Spaziergang durch die Altstadt von Bad Tölz

Genug der Serie! Denn die teils platzbreite Marktstraße ist mit ihren prächtigen Häuserfassaden und weit vorstehenden Giebeln auch ohne irgendwelche Bullen sehenswert. Früher diente sie als Verbindungsstraße zwischen einer Flößer- und Fischersiedlung an der Isar und einer Siedlung mit Schmieden,

Lagerhäusern und Stellmachereien auf Höhe der heutigen Salzstraße. Als diese zwei Siedlungen im 13./14. Jahrhundert zusammenwuchsen, bildete die Marktstraße den Mittelpunkt der damals noch kleinen Stadt.

Typisch bayrische Häuser in Bad Tölz
die bunten Häuser von Bad Tölz

Nach dem verheerenden Stadtbrand von 1453 ersetzten die Bürger die abgebrannten Holzgebäude durch Steinhäuser. Dass die Marktstraße heute so malerisch wirkt, haben wir schließlich Gabriel von Seidl zu verdanken, der den Häuserbestand nach 1900 überarbeitete und vereinheitlichte.
Neben der Krimiserie ist es ihm zu verdanken, dass Bad Tölz, wie das gesamte bayrische Oberland, heute jede Menge Besucher anzieht.

Doch auch die malerische Umgebung mit der Isar und den umliegenden Bergen sowie die Nähe zu München tragen sicher dazu bei, dass es hier und in den Nachbarorten eine ganze Reihe an Ferienwohnungen, Pensionen und kleinen Hotels gibt. Der Geheimtipp dürfte dabei wohl die Pension Berghammer sein. Aber, so hört man, die soll sich ganz woanders befinden.

Spaziergang zur Kalvarienbergkirche

Nach dem ersten Abstecher in die Altstadt geht es für uns das erste Mal für dieses Wochenende so richtig nach oben. Viele Höhenmeter erhebt sich der Kalvarienberg zwar nicht über dem Isartal.

Allein der steile Anstieg des Stationenweges aber macht uns zu schaffen. Doch die Mühe lohnt. Denn oben angekommen, eröffnet sich uns ein herrlicher Ausblick über Bad Tölz und das Isartal bis hin zum Karwendel.

Blick von der Kalvarienbergkirche über Bad Tölz
Die Kalvarienbergkirche hoch über Bad Tölz

Oben wacht die Kalvarienbergkirche mit ihrer weißen Doppelfassade über das Geschehen in der Stadt. Leider wird diese während unseres Besuchs restauriert, sodass die Seiten mit Gerüsten und Planen eingepackt sind. Um so mehr lohnt sich ein Blick ins Innere der Kirche.

Schon der erste, große Raum ist liebevoll gestaltet und wirkt - im Gegensatz zu vielen älteren Kirchen - sehr hell und freundlich. Steigt der Pfarrer auf den Hochaltar, steht er übrigens direkt über einem »Heiligen Grab« aus dem Jahr 1880.

Kalvarienbergkirche von Bad Tölz
in der Kalvarienbergkirche von Bad Tölz

Eine Überraschung erleben wir im zweiten Raum der Kirche. Denn hier wird eine eigentlich recht breite Holzstiege von zwei schmalen Steintreppen flankiert. Mit gutem Grund. So verrät ein Schild uns Fremden:

»Da diese mittlere Stiege nach dem Muster der wahren heiligen Stiege zu Rom hier errichtet und durch Einlegung mehrerer heiliger Reliquien eingeweiht worden ist, so soll von den Schriftgläubigen auf derselben nur kniend hinaufgebetet werden.« Dementsprechend sind die beiden Seitentreppen zum Auf- und Abgehen bestimmt.

Schiff der Kalvarienbergkirche
Die Bänke in der Kalvarienbergkirche von Bad Tölz

Wenige Meter von der Bergkirche entfernt kommen wir zur Leonhardikapelle. Erst als uns andere Besucher darauf ansprechen, bemerken wir die schwere Eisenkette, welche um das Mauerwerk gegürtet ist. Damit erinnert die Kapelle an den Gefangenenbefreier St. Leonhard und ist außerdem seit Mitte des 19. Jahrhunderts Ziel der Tölzer Leonhardifahrt.

Diese findet am 6. November statt und wird vom Reiseführer als opulentes Fest beschrieben, zu welchem Festtrachten, Truhen- und Tafelwägen, Schützenkompanien, Rösserumritte und Blasmusik gehören.

Spaziergang entlang der Isar

Blick über die Isar zur Kalvarienbergkirche
Isar mit Altstadt von Bad Tölz

Den Nachmittag lassen wir mit einem Spaziergang entlang der Isar ausklingen. Neben wenigen Rundwegen und Zielen, die bequem zu Fuß zu erreichen sind, laden die asphaltierten Radwege auch zu längeren Radtouren sowie zum Inlinen ein.

An einer etwas tieferen Stelle lockt außerdem eine Brücke zum Sprung ins kühle Gebirgswasser ein. Das zumindest wagen ein paar Jugendliche, die wir kurz beobachten. Und denen wir doch nicht folgen würden.

die Kalvarienbergkirche von der Isar aus
Das tut gut...! Anne in der Isar bei Bad Tölz.

Schön finden wir, dass das Ufer der Isar kaum verbaut ist und sich der Fluss sein Bett in weiten Teilen selbst gestalten kann. Dadurch befinden sich einige Kiesbänke in der Isar, die sich auch ohne ein Boot erreichen lassen. Zugegeben, kühl und ein wenig wacklig ist es schon, aber dafür kann man sich hier die Kneipp-Kur sparen.

Kiesbank mit einsamer Sonnenanbeterin bei Bad Tölz

Natürlich führen viele Hundebesitzer ihre Lieblinge an der Isar spazieren. Seltener dürfte eine Schildkröte sein, die wir beim Rückweg entdecken. »Er geht gerne spazieren«, hören wir die Besitzerin hinter uns. Wie das schöne Tier heißt, können wir uns nicht merken, wohl aber, dass er bei schönem Wetter durchaus mal eine Stunde lang außerhalb des Gartens laufen darf. Dies allerdings nie ohne Aufsicht. Schildkröten sind zwar nicht gerade schnell, »wenn ich mal ein, zwei Minuten nicht schaue, wo er gerade läuft, ist er weg«. Nun gut, das wollen wir dann doch nicht verantworten.

Ausruhen beim kühlen Apfelschorle-Halbmaaß

Außerdem sind wir nach der langen Fahrt, der Hitze und der ersten Spaziergänge nun doch einigermaßen erschöpft und freuen uns in der nächsten »Fußgängerzonen-Wirtschaft« über eine kühle Apfelsaftschorle. Zugleich wundern wir uns, wie wenig Leute trotz des Feiertags unterwegs sind. Da ist bei uns daheim, und vor allem bei Sonnenschein, doch einiges mehr in der Innenstadt los. Naja, ist halt doch ein gefährliches Pflaster.

Hotel Pension Tannenberg

Am späten Nachmittag sind wir froh, noch ein paar Sonnenstrahlen auf der Liegewiese des Hotels Pension Tannenberg zu genießen, bevor der Himmel zuzieht und ein Gewitter über Bad Tölz hereinbricht. Dann aber lädt auch schon die Sauna zum Verweilen ein, die wir - es waren nur wenige Gäste im Hotel - zuvor bestellt hatten.

Neben wirklich sehr kuschligen Saunahandtüchern freuen wir uns über den Sauna-Knigge, der uns hier über das richtige Saunieren aufklärt. Zudem hätten wir uns eine Massage im Hotel bestellen können. Nach der Tour auf dem Brauneck aber wollen wir nur noch in Ruhe entspannen.

Pension Tannenberg in Bad Tölz
hinten den Bäumen versteckt sich der Kursaal

Bereits am ersten Abend wurden wir gefragt, ob wir Frühstückseier mögen und ob wir morgens Tee, Kaffee oder heißen Kakao trinken? Dazu gab es jeden Tag und damit auch sonntags mehrere Sorten frische Brötchen, dazu Müsli, Joghurt, Obst,

Orangensaft, Wurst und Käse, Marmelade, Nussnougat und Honig. Auf dem kleinen Büfett gab es dies zwar alles in nur geringen Mengen, die Hotelbesitzer achteten aber sehr darauf, dass nichts ausging.

gemütliches Bett in der Pension Tannenberg von Bad Tölz
unser Zimmer in der Pension Tannenberg

Schön ist es auch, dass man beim Frühstück sofort mit den anderen Gästen und den Besitzern ins Gespräch kommt. Schließlich erzählt jeder gerne über seine Wandertouren.

Denn wie wir, waren auch alle anderen Urlauber, ein junges und zwei ältere Paare, zwei Wanderkumpels und eine Familie, zum Wandern nach Bad Tölz gekommen.

auf dem Balkon der Pension Tannenberg von Bad Tölz
kleines, aber zweckmäßiges Bad in der Pension Tannenberg

Als wir hören, dass Anfang 2006 zwei Monate lang nicht ein Gast kam, die Räume ja aber dennoch geheizt werden müssen, tut uns dies leid. Denn die Pension ist mit Kaminraum, ruhigen Zimmern ohne jeden Verkehrslärm - das einzige was wir sonntags hörten,

war die Klaviermusik im nahen Kurhaus - und der ebenfalls ruhigen Liegewiese ideal, um sich ein paar Tage lang zu entspannen. Günstig ist natürlich die Lage zum benachbarten Kurgebiet. So sind es nur wenige Schritte bis ins Alpamare-Bad.

VG Wort
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