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Ponta dos Capelinhos

Wanderung Ponta dos Capelinhos 3/6

Ponta dos Capelinhos
Wegweiser zu den Vulkanen der Capelinhos

Nach dem Abstecher zum Walbeobachtungspunkt Vicia kehren wir zur Küstenstraße zurück. Dort steigen wir über die Leitplanke und folgen dem einigermaßen gut sichtbaren Wanderpfad durch die Vulkanlandschaft im Westen Faials zu den Eruptionen aus den Jahren 1957 bis 1959.

Schön zu sehen ist, wie sich die Natur über den kargen und an vielen Stellen lockeren Boden wieder ausbreitet. Bisher sind es vor allem (Schilf-) Gräser, die zwischen den lose herum liegenden Steinen wachsen. Doch auch Nachtkerzen und die für Strände typischen Dickblätter können sich stellenweise behaupten.

Leuchtturm an der Ponta dos Capelinhos
Lavasand auf Faial
Vulkanlandschaft an der Ponta dos Capelinhos

Sowie der Weg nach links schwenkt, wird die Landschaft noch unwirtlicher. Hier ist das vulkanische Material fein wie Sand. Weite Teile der gelben, roten, vor allem aber grauen Hänge sind frei von jeder Vegetation. Als Folge ist es für den an der Küste vorherrschenden Wind ein Kinderspiel, die feinen Sandkörner aufzunehmen und uns um die Ohren zu blasen.

Da der Weg durch eine Rinne führt, durch die der Wind auch ganz gerne mal pfeift, bringen wir diesen Abschnitt möglichst schnell hinter uns. Die einzelnen Schichten, die bei den Eruptionen entstanden sind und die sich in einer Art Minicanyon gut ablesen lassen, lohnen dann aber doch, kurz innezuhalten und die faszinierende Landschaft auf uns wirken zu lassen.

Vulkanlandschaft an der Ponta dos Capelinhos
Vulkanlandschaft an der Ponta dos Capelinhos

Im Anschluss an der Auswaschungsrinne sind es nur noch wenige Meter bis zur Straße, der wir rechts hinunter zum 2008 neu errichteten Informations- und Besucherzentrum am alten Leuchtturm folgen. Einst stand dieser auf einer vom Meer gut einsehbaren Klippe direkt an der Steilküste. Da steht er auch heute noch. Allerdings hat sich die Umgebung durch den Ausbruch des Vulcão dos Capelinhos grundlegend geändert.

Das Naturschauspiel kündigte sich am 16. September 1957 mit einem leichten Beben der Erde an. Bis zum 27. September registrierten die Seismographen 200 Erdstöße. Dann ebbten die Beben ab und folgten erste Eruptionen vor der Westküste Faials. Am 29. September 1957 erfolgte schließlich der Hauptausbruch des Vulkans mit etlichen Explosionen. Nach wenigen Tagen ragte die Rauchsäule fünf Kilometer hoch in den Himmel.

Leuchtturm an der Vulkanlandschaft an der Ponta dos Capelinhos
Vulkanlandschaft an der Ponta dos Capelinhos

Während die Menschen in der Umgebung vor dem heftigen Ascheregen flüchteten, harrte der damalige Leuchtturmwärter an Ort und Stelle aus. Schon mit den ersten Beben - und auch später noch - hätte er sich zwar ebenfalls in Sicherheit bringen können. Sein Verantwortungsgefühl gegenüber anderen aber untersagte ihm das Verlassen seines Postens.

Ungeachtet der fünf Kilometer hohen Rauchsäule sah er es als seine Pflicht, den Leuchtturm weiterhin zu betreiben und die Schiffe vor der Küste Faials zu warnen. Ob ihn überhaupt jemand neben dem gewaltigen Naturschauspiel bemerkt hat, ist nicht überliefert. Wohl aber blieb der Leuchtturm stehen und überlebte der Leuchtturmwärter den Ausbruch.

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