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Lavaweg an der Ponta da Ilha

Wanderung Ponta da Ilha 3/5

Hätten wir gewusst, was uns an der Ponta da Ilha erwartet, wir hätten wohl aus der kurzen Pause eine längere Einkehr in dem Café in Calhau gemacht und noch eine ganze Weile die Aussicht von der Terrasse auf die Bucht von Calhau genossen. Ohne dieses Wissen aber kehren wir nach einer etwas arg süßen Fanta-Maracuja zurück zum letzten Abzweig und folgen fortan dem PR 3 Richtung Manhenha.

Nachdem wir dazu innerhalb von Calhau wieder ein Stück weit bergauf laufen müssen, führt uns der Wanderweg über den Caminho de Cima Rocha wieder hinunter an die steinige Küste. Wir kommen an mehreren Picknicktischen vorbei zur Grillstelle Largo do Cais do Galego. In dem aus wenigen Häusern bestehenden Ort könnten wir rechts über den Landweg nach Engrade abzweigen.

Wanderung entlang der Ponta da Ilha auf Pico
Gräser und Lavafelsen an der Ponta da Ilha

Da es uns um die Küste geht, an der es leider nur noch wenige Fußwege gibt, kommt dies aber nicht infrage. Damit folgen wir dem zur Brutzeit gesperrten Wanderweg von Galego zurück an die Küste. Dort geht das Sträßchen in einen Fußweg über, dem wir auf dem nächsten Abschnitt unterhalb einer Natursteinmauer entlang der Ponta da Ilha folgen.

Mit hoch wachsenden, teils verdorrten Gräsern, der dunklen Lavaküste links von uns und einen in der Ferne vor uns herausragenden Hügel ist dies der schönste Abschnitt der Wanderung. Da wir uns zunächst immer entlang der Mauer auf einem Pfad ohne große Höhenunterschiede bewegen können, kommen wir auch gut und gutgelaunt voran.

Wanderweg über die Lavaküste im Osten von Pico
hier geht der Wanderweg lang
Annette auf dem Lavaweg von Calhau nach Engrade

Dann aber endet der bequeme Pfad oberhalb der Küste und verläuft der weitere, ehemalige Fischerweg über das Lavafeld. Hier beginnen die Probleme. Das erste besteht darin, den Verlauf des Wegs überhaupt zu erkennen. Dieser ist zwar mit gelben und roten Strichen markiert, durch das stark zerklüftete Terrain aber sind die Zeichen nicht immer auf Anhieb zu sehen.

Und steuert man versehentlich das übernächste an, kann es leicht passieren, dass man unvermittelt vor einer Spalte steht und wieder ein Stück zurück gehen muss. Zumindest aber die Gefahr, auf glatten Stellen abzurutschen, ist sehr gering. Dafür sind die mit messerscharfen Kanten gespickten Basaltfelsen viel zu rau. Wer sich dennoch einen Fehltritt leistet ... nein lieber nicht.

Wanderweg entlang der Ponta da Ilha
eine der endemischen Pflanzen der Azoren

Was uns am meisten zu schaffen macht, ist jedoch das ständige Auf und Ab. So sieht das Höhenprofil des alten Fischerwegs zwar relativ eben aus. Vor Ort aber müssen wir immer wieder zwei, drei Meter hoch auf den nächsten Felsen kraxeln, an dessen Ende es genausoweit wieder nach unten geht. Dann doch lieber ein hoher Berg mit klar definiertem Gipfel.

Zuletzt ist es das Gefühl, dass der Bogen um die Ponta da Ilha überhaupt kein Ende findet. Es geht rechts, rechts, rechts und immer so weiter, ohne dass wir ein Ende erkennen können. Erst nach gut einer Stunde auf dieser unwirtlichen Landschaft schwenkt der Weg wieder zum Inselinneren und verlassen wir das von der Mittagssonne aufgeheizte Lavafeld.

VG Wort
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