Lagoa das Furnas

Wanderung um den Lagoa das Furnas 3/5

Nachdem wir eine Weile die Cozido-Vorbereitung beobachtet haben, setzen wir unsere Tour entlang des Lagoa da Furnas fort. Wir umrunden diesen entgegen dem Uhrzeigersinn und erreichen erst einen kleinen Picknickplatz. Anders als im Reiseführer beschrieben, müssen wir dort nicht mehr über Trittsteine den Zufluss zum See überqueren,

sondern können die neu angelegte Brücke nutzen. Die Piste danach ist sauber angelegt und führt uns durch verschiedene Wälder. Kommen wir erst durch einen idyllischen Pinienwald, so ist es auf dem nächsten Abschnitt ein dichter Bambuswald, der durch das gedämpfte Licht mystisch wirkt.

Furnas - Schwefelkoch bei der Arbeit
Brücke über den Zufluss in den Lagoa das Furnas

Nach dem riesigen Bambusbestand beginnt eine gepflasterte Zufahrtsstraße. Wir passieren den Eingang zur Quinta das Carpas, eine Anlage mit kleiner Villen, versteckt zwischen exotischen Gewächsen.

Kurz darauf erreichen wir das Forschungs- und Informationszentrum von Furnas (Centro de Monitorização e Investigação / Furnas Monitoring & Research Centre), welches sich zwischen der Zufahrtsstraße und dem See befindet.

Pinienwald am Lagoa das Furnas
Seerundweg um den Lagoa das Furnas
Ermida Nossa Senhora das Vítorias - alte gotische Kirche bei Furnas

Danach führt der Weg wieder näher an den Lagoa, wo wir auf das idyllisch liegende Casa dos Barcos stoßen. Dies und die halbwegs zerfallene Ermida Nossa Senhora das Vítorias stammen von dem erfolgreichen Unternehmer José do Canto. Der Großgrundbesitzer aus Ponta Delgada verbrachte hier seine Sommer. Nachdem seine Frau erkrankte, gelobte er, nach ihrer Genesung eine Kapelle zu erbauen und sie wurde wieder gesund.

Er hielt Wort und ließ die Kapelle im neugotischen Stil in Frankreich erbauen. Ein Boot brachte den Bausatz nach São Miguel, eh die Kapelle am Furnas-See zusammengesetzt und am 15. August 1886 eingeweiht wurde. Später diente sie als Begräbnisstätte für José do Canto und seine Frau.

Lagoa das Furnas
Straße am Lagoa das Furnas

Nach der Kapelle führt die Zufahrt wieder weg vom See. So umgehen wir eine Art Überflutungsfläche, in der hin und wieder das Wasser steht. Hier finden wir einen weiteren Picknickplatz mitsamt Toilettenhäuschen. Wer denkt, er könne bei warmen Wetter ein schönes Bad im See nehmen, den müssen wir leider enttäuschen. Das Seewasser ist grünlich trüb und sieht alles andere als lecker aus.

Übermäßiger Gebrauch von Düngemittel und zu viel Viehwirtschaft haben die Folge, dass der See völlig überdüngt ist. Da fühlen sich nur noch wenige Fischarten wie Karpfen und Rotauge wohl. Um die Wasserqualität aufzubessern, wurde versucht, die Karpfenpopulation um geschätzt 62% zu verringern. Da man versäumte, auch die Ursachen anzugehen, brachte die Maßnahme jedoch nur einen vorübergehenden positiven Effekt. Gut zwei Jahre später war alles wieder beim alten.

blühender Strauch am Lagoa da Furnas
Casa dos Barcos - eines der wenigen Häuser am Schwefelsee
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