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Ofenloch - Grand Canyon der Schweiz

Wanderung von der Schwägalp zum Ofenloch 5/7

Necker entlang der Nagelfluhwand
oberer Ausgang der Necker-Schlucht

Nach Neuwald dauert es nicht mehr lange, bis wir den Waldrand erreichen und das Gefälle wieder größer wird. Zugleich wird der Weg anspruchsvoller, da wir auf Wurzeln achten müssen, die über den Pfad wachsen.

Insgesamt dauert der Abstieg von der Neuwald-Hütte bis zu einer Engstelle, an der wir auf die andere Seite der Schlucht wechseln, aber nur eine Viertelstunde, sodass wir uns schon bald beim Ofenloch befinden.

Nagelfluhwand oberhalb des Neckers
Seitental des Neckers
Necker oberhalb vom Ofenloch

Bevor wir uns die große Höhle in der so oft als gewaltig bezeichneten Nagelfluhwand anschauen, legen wir jedoch erst einmal eine Vesperpause im oberen Teil der Necker-Schlucht ein. Genauer gesagt: im kiesigen Bachbett der Schlucht, da der Necker bei unserer Wanderung dank tagelanger Trockenheit zu einem Rinnsal zusammen geschrumpft ist.

Ich nutze die Gelegenheit, um noch ein Stück weiter bergauf zu laufen, wo sich schöne Ausblicke auf Felsformationen ergeben, welche mehr an einen amerikanischen Canyon erinnern als an eine mitteleuropäische Schlucht.

Ofenloch
Blick steil hinab in die Schlucht des Neckers

Gut gestärkt, wechseln wir schließlich auf die andere Seite des Neckers und steigen einen weiteren schmalen Pfad hinauf. War es zuvor schon beeindruckend, direkt bei einer hohen Nagelfluhwand zu sitzen, müssen wir jetzt feststellen, dass der Ausblick ins Ofenloch wirklich grandios ist.

Wenn ich bedenke, wie oft ich gelesen habe: »Wirklich beeindruckend, diese Nagelfluhwand!«, so bleibt mir vor Ort nichts anderes übrig, als all meine Vorschreiber zu bestätigen. Die mehrere Hundert Meter fast senkrecht abfallende Wand und das große Loch lohnen die Wanderung absolut.

Annette unterm Wasserfall
Ofenloch
Wasserfall beim Ofenloch

Doch es ist ja nur ein Steinwurf bis zum nächsten Höhepunkt der Wanderung: ein Wasserfall, der über die Felskante in ein kreisrundes Becken stürzt und dabei so viel Platz zur Wand lässt, dass wir dahinter durch laufen können. Für uns ist das eine Premiere.
Der Abstieg zum Wasserfall allerdings ist knifflig.

Denn der steil abfallende Pfad ist wegen der aufsteigenden Feuchtigkeit und des bindigen Bodens selbst nach längerer Trockenheit schmierig, sodass man leicht nach rechts (und damit Richtung Schlucht) abrutschen kann. Obwohl die Tour zum Ofenloch an sich keine besonderen technischen Anforderungen stellt, ist dies dann auch der Grund, warum sie als gefährliche Wanderung eingestuft wird.

Wanderweg entlang der Nagelfluhwand zum Wasserfall
Blick auf das Ofenloch
VG Wort
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