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Pilger in Lalibela

Inzwischen weihnachtet es sehr. Das Gennafest, wie es hier genannt wird, nehmen die äthiopisch-orthodoxen Christen gerne zum Anlass für eine Pilgerreise. Dabei sind die Menschen zum Teil schon wochenlang unterwegs, bevor sie Lalibela erreichen. Weihnachten wird auch hier als Fest der Besinnung begangen. Zugleich ist es aber auch die Zeit, Buße zu tun, Sünden abzulegen,

sich bei Gott zu bedanken und an den zahlreichen Prozessionen und Gottesdiensten teilzuhaben. Die Priester tragen dann die Tabots, die Nachbildungen der Zehn Gebote, um die Kirchen, während sie von brennenden Kerzen in den Händen der Gläubigen begleitet werden. Dabei ist das Fest in Lalibela besonders prachtvoll. Immerhin fallen die Geburt Christi und des Königs Lalibela auf denselben Tag.

Pilgerströme zu Weihnachten in Lalibela
Pilgerströme zu Weihnachten in Lalibela
Pilgerin in Lalibela

Wir können beobachten, wie die Menschenmenge stündlich anwächst. In den schmalen Gängen zwischen den Kirchen kommen uns ganze Scharen von Pilgern lachend und singend entgegen. Das Bild bietet einen krassen Unterschied zu Wallfahrtsorten wie Santiago de Compostela. Erschöpft und müde sitzen oder liegen die Menschen unter den Bäumen. Anders als in Santiago hat hier nicht jeder Pilger sein Bettchen. Die Hotelbetten von Lalibela bleiben hauptsächlich den Touristen vorbehalten.

Während die Reisenden auf dem Jakobsweg oft wegen der heruntergekommenen Pilgerunterkünfte jammern, übernachten die äthiopisch-orthodoxen Christen schlicht im Freien – und das auf gut 2500 Meter über dem Meer. Die bunten Decken, die sie nachts vor der Kälte schützen, wickeln sie tagsüber einfach als Kleidung um den Körper. Dazu tragen die meisten noch weiße Tücher, die sie festlich umhängen.

Pilger in Lalibela
Wege zwischen den Kirchen in Lalibela
äthiopische Studentin in der Berg-Sinai-Kirche - Bete Debre Sina in Lalibela

Die Stimmung ist fantastisch. Es ist deutlich zu spüren, dass Genna auch ein Fest der Freude ist. Die Pilger sind glücklich, den langen Weg hinter sich zu haben und hier sein zu können.

In dieser ausgelassenen und zugleich friedvollen Atmosphäre ist es dann auch ein Leichtes, zu fotografieren oder zu filmen. So sind wir doch froh, die Gebühr für unseren Camcorder gezahlt zu haben und einen Teil unserer ganz eigenen Erlebnisse einfangen zu können.

Blick auf Lalibela
Trauermarsch vor Lalibela
VG Wort
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