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Kaffeepause bei Sina

Hinter einer unscheinbaren Fassade verbirgt sich in einem Ort nahe Sina ein äthiopisches Café. Ohne Yitbarek hätten wir dieses nicht gefunden. Tatsächlich schauen wir uns zunächst fragend um, als er die Pause ankündigt. Nach der langen Fahrt folgen wir ihm jedoch gerne durch den grauen Eingang in der Mauer.

Es ist wie eine Schwelle in eine andere Welt. So finden wir uns jenseits des Eingangs in einem beschatteten, grün-lila gestrichenen Innenhof wieder, wo wir auf einfach zusammengenagelten Möbeln Platz nehmen. So abweisend der Ort von der Straße aus wirkt, so einladend ist das Ambiente.

in einem unscheinbaren Häuschen gibt es eine Kaffeepause
Auch hier wieder: voher Hände waschen.

Direkt neben der Küche befindet sich das landestypische Plumpsklo. Wer sich eine Bodenplatte mit Loch vorstellen kann, weiß, wie es aussieht. Ein Vorhang dient als Tür. Zieht man diesen zu, steht man im Dunkeln. Lässt man ihn offen, blickt man in den Innenhof. Egal, von draußen sieht man nur Dunkelheit.

Für Europäer ist das gewöhnungsbedürftig, aber Alternativen fehlen. Man kann es auch so sagen: die Äthiopier schert es nicht, die Mitreisenden teilen das Los. Es wird darauf geachtet, dass die Hände am Brunnen gewaschen werden und auch sonst sieht alles so sauber aus, wie es nur möglich ist.

Erst wird der Kaffee geröstet ...
... und das Popcorn zum Kaffee gemacht ...

Währenddessen nimmt die mühsame Zubereitung unseres Kaffees langsam Gestalt an. Auf glühenden Kohlen röstet eine Frau die Kaffeebohnen, bevor sie im nächsten Arbeitsschritt in einem Holzgefäß zerstampft werden. Für die eigentliche Zeremonie ist eine bildhübsche Tigrinerin zuständig.

Die junge Frau hat kunstvoll geflochtene Haare, was für die Region Tigray typisch ist. Sie bewacht das heiß werdende Wasser, welches im Kessel auf den glühenden Kohlen steht. Daneben sorgt sie mit einer Art Weihrauchgefäß, dass in ihrer näheren Umgebung alles eingenebelt wird.

... der geröstete Kaffee wird gemahlen ...
... die Tassen gewaschen ...
... und immer wieder kontrolliert, wie weit der Kaffee ist ....

Das Kaffeepulver wird in einer Jabenna oder auch Jabena mit dem heißen Wasser übergossen Danach darf das Gebräu kurz ziehen, bevor es sorgfältig aus 20 cm Höhe in kleine Tassen verteilt wird. Ein Strohpfropfen dient als Filter und hält den Kaffeesatz in der Kanne zurück.

Dazu wird frisch geröstetes Popcorn gereicht. Das Ergebnis spricht für sich. Der so zubereitete Kaffee besitzt keine schmeckbaren Bitterstoffe – und Popcorn geht immer. Nachdem das zweite Tablett Kringel verteilt ist, brechen wir dann auch schon wieder auf.

... und nochmal kontrolliert ...
... und nach einer Ewigkeit ist der Kaffee fertig.
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