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Markt in Jinka

Irgendwie habe ich den falschen Käfer verschluckt und rumort mein Bauch ganz übel. Das soll aber kein Hindernis sein, den Wochenmarkt von Jinka zu besuchen. Es ist heiß und die Sonne brutzelt mir trotz Hut auf den Kopf. Das erste, was ich auf dem Markt lerne: bleibe niemals träumend in der Straße stehen.

Scheinbar herrenlose, aber bepackte Esel drängeln mich rücksichtslos auf die Seite. Wie der Esel beim Silte-Dorf wissen sie, wo die Ware hin soll und bringen diese auf direktem Weg dorthin. Störende Touristen werden da einfach auf die Seite bugsiert.

Billiger Alkohol im Wasserkanister für die Mursi-Männer auf dem Markt von Jinka - Äthiopien.
Athiopische Marktfrau sortiert ihre Ware auf dem Markt von Jinka.

Viele Menschen sind zum Einkaufen oder Anbieten ihrer Ware unterwegs. Es gibt zwar einige richtige Marktstände, bei denen dann überwiegend Stoffe und Kleidung angeboten werden. Die meiste Ware wird jedoch auf Folien auf dem Boden ausgebreitet.

Und das in der prallen Mittagssonne. Bauersfrauen bieten Gemüse, Hülsenfrüchte und Kräuter an. Zum Abmessen der Mengen nutzen sie einfache Behälter anstelle der andernorts üblichen Waagen.

Markt von Jinka in Äthiopien
Äthiopierin mit Pferd auf dem Markt von Jinka

Die Teff-Abteilung wirkt hingegen wie ein Großmarkt. Große Säcke voll mit Teff stehen gestapelt auf dem Platz und werden nach und nach geleert. Währen die Kinder wachsam auf den Säcken sitzen, verhandelt der Vater wild gestikulierend mit einem Kunden.

Daneben gelangen wir zum Alkoholmarkt. In gelben Kanistern wird dort billigster Alkohol angeboten. Gute Kunden dafür sind übrigens die Mursi-Männer. Die von den Touristen eingenommenen Foto-Birr setzen sie leider größtenteils in Alkohol um.

Äthiopische Geschäftsfrau auf dem Markt von Jinka.
Äthiopische Marktfrau auf dem Markt von Jinka.

Die Frauen wühlen dafür in einem großen Berg von Schuhen. Dabei wird weniger auf Qualität, als auf Größe und Farbe geachtet. Denn was die bunte Mischung gemeinsam hat, ist das Material: sie sind alle aus Gummi.

Armut erkennt man meist an den Füßen. Und da sind die in Äthiopien produzierten Gummischlappen immer noch besser als barfuß herumlaufen.

Ganz viele Gummischlappen kann man auf dem Markt von Jinka kaufen.
Teff auf dem Markt von Jinka - Äthiopien.

Anders als auf dem Markt von Sodo können wir in Jinka ungestört über den Markt bummeln. Die Leute stören sich kaum an den Fotos, die wir machen. Sie kennen es. Wegen der Nähe zu den Mursi kommen hier öfters Touristen vorbei.

Deshalb ist es auch kein Problem, im einfachen Restaurant eine gekühlte Cola zu bekommen. Die brauchen wir nämlich ganz dringend, bevor es zurück auf den Campingplatz geht, wo wir als nächstes eine große Aufregung wegen einer aufgetauchten Schlange miterleben.

Video Markt in Jinka | Rundreise durch den Süden Äthiopiens

Eindrücke vom Markttreiben in Jinka, einer Region im Süden von Äthiopien.
VG Wort
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