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Blutbrustpaviane im Simien Nationalpark

Die Affenbande bei der Fellpflege und Nahrungssuche

Von der Geländekante folgen wir dem Wanderweg anschließend durch einen lichten Wald. Gebildet wird dieser von einer auch auf den Azoren heimischen Erika-Art, die bis auf die Größe von Obstbäumen heranwächst. An den Zweigen hängen Flechten. Sie zeigen, dass die Luft frei von Schadstoffen und eher feucht ist.

So wie wir den Erika-Wald durchquert haben, kommen wir zu einer Art Handwerksmarkt. Es sind meist einfache Gegenstände für den Hausgebrauch wie Körbe und Topfuntersetzer. Vor Ort erfahren wir, dass diese von Studenten hergestellt werden, die den Erlös für ihre Ausbildung ausgeben.

Blutbrustpaviane bei der Körperpflege

Kurz darauf entdecken wir ein paar hundert Meter vor uns die ersten Blutbrustpaviane. Leider ist schon eine andere Gruppe bei ihnen, sodass wir uns zunächst etwas gedulden müssen. Andernfalls kann es passieren, dass die gesamte Affenbande Reißaus nimmt, bevor wir auch nur in ihrer Nähe sind.

Umso erstaunter sind wir, als wir uns den Blutbrustpavianen wenig später bis auf ein paar Schritte nähern können. Offenbar sind die Tiere Menschen gewohnt. Und so lange sich alle ruhig verhalten, gehen sie ihrer gewohnten Tätigkeit nach: mit ihren Fingern den harten Boden nach essbaren Wurzeln umgraben.

Geier im Sämen-Nationalpark
Anne ist ganz begeistert
Blutbrustpaviane im Simien Nationalpark

Unter den wachsamen Augen unserer drei Waffenträger bleiben wir eine gute halbe Stunde bei den Affen. Das reicht, um einige Verhaltensweisen der Tiere zu beobachten. Neben der fürsorglichen Fellpflege, dem als Lausen bezeichneten Entfernen kleiner Hautschuppen, gehören dazu auch die ständig wiederkehrenden Streitereien der Halbstarken.

Seltener bekommen wir die Brust zu sehen, nach deren knallroten Farbe die Blutbrustpaviane benannt sind. Nur, wenn die Tiere ihre Nahrungssuche unterbrechen und sich aufrichten, ist der Brustbereich gut zu sehen. Für Fotografen gilt es hier, sich eine günstige Stelle zu suchen und ruhig zu verharren, bis die gewünschten Motive gemacht sind.

ab und zu gibt es auch Streit bei den Blutbrustpavianen
Blutbrustpavian im Simien Nationalpark

Außer den auch Dschelada genannten Affen leben eine Reihe weiterer endemischer Tierarten im Simien- bzw. Sämen-Nationalpark. Neben dem Äthiopischen Steinbock und dem Erzraben zählt dazu der Äthiopische Wolf. Er lebt in einer Höhe zwischen 3.000 und 4.400 Meter und ernährt sich hauptsächlich von Mäusen und Ratten.

Damit wäre er eigentlich nützlich für die Landwirtschaft. Leider aber ist der Wolf so scheu, dass sein Lebensraum durch den in immer höher gelegene Regionen vordringende Feldbau stark geschrumpft ist. Außerdem haben mehrere Tollwut-Epidimien den Populationen zugesetzt, sodass der Bestand bis 2010 auf rund 500 Tiere eingebrochen ist.

Video Blutbrustpaviane im Simien Nationalpark | Rundreise Äthiopien

Eindrücke von der Landschaft in den Simien-Bergen und Aufnahmen von Blutbrustpavianen bei der Suche nach Nahrung im kargen Boden.
VG Wort
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