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Städtereise Wien |


Etwas außerhalb des Zentrums, kommen wir mit der Tram 58 zum Schloss Schönbrunn. Und das zur genau falschen Zeit, war doch dies die Sommerresidenz der Habsburger. Entsprechend karg erscheinen die Schlossgärten. Zwar laufen die Brunnen und sind die geometrisch geschnittenen Eiben und Buchsbäume ansehnlich, sämtliche Stockrosen aber verbergen sich hinter weißgrauen Tüchern, womit sie den Gartenparterres ein gespenstisches Aussehen verleihen.


Andererseits kommen durch den fehlenden Blumenschmuck die Diagonalen des barocken Gartens wie auch der Neptunbrunnen auf der Achse zur Gloriette und die vielen Götter-, Nymphen- und Engelfiguren auf den Brunnen und Nischen um so besser zur Geltung.
So lässt sich für uns zumindest erahnen, welch Pracht sich hier bei den Festen während der KuK-Monarchie entfaltet hatte.




Wie in Versailles liegen die Anfänge des Schlosses in der Jagd. Genauer: in dem Jagdgebiet der “Schöne Brunnen”, welches Mitte des 16. Jahrhunderts in den Besitz der Habsburger wechselte. In der Folge ließen die Habsburger hier einen bürgerlichen Herrensitz zum kaiserlichen Jagdschloss ausbauen. Nachdem die Türken dieses zerstörten, plante Fischer von Erlach zunächst, auf dem Terrain ein zweites Versailles zu errichten, bevor ihn Kaiser Leopold I. auf den Boden der Tatsachen (sprich: des Finanzierbaren) zurückholte und die Anlage in den Grenzen seines zweiten Entwurfs in mehreren Zügen gebaut und wieder verändert wurde.


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