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380.000 Juden lebten bis September 1939 in Warschau, das heißt: fast jeder dritte Stadtbewohner war jüdischer Abstammung und Warschau damit das größte jüdische Zentrum Europas. Nach Einmarsch der Wehrmacht mussten sie, ihres Eigentums und Einkommensquelle beraubt, aus ihren Stadtteilen in die beiden, insgesamt vier Quadratkilometer großen Gettos der Stadt umziehen. Als sich die drei Meter hohen Mauern am 16. November 1940 schlossen, fristeten hier 450.000 Juden ein klägliches Dasein. Ihre einzige Möglichkeit, einen Blick auf die Welt außerhalb des Gettos zu werfen, war eine schmale Brücke, die das “Kleine Getto” mit dem “Großen Getto” verband. Eine weitere, weitaus gefährlichere Möglichkeit, von außen etwas mitzubekommen, war eine Straßenbahnlinie, die durch das Getto verlief und aus der die Fahrer den Juden etwas zuwarfen.
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