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Am Krasinskich-Platz angekommen, entdecken wir wieder Blumen und Kerzen. Wie mit den Lichtern am Umschlagplatz gedenken die Warschauer Bürger auch hier der vielen Opfer während der Besatzungszeit. Genauer: den Kämpfern des Warschauer Aufstands 1944. Wie ihre Chancen waren, sich gegen die eigentlich schon geschwächte Wehrmacht zu behaupten, lässt sich am besten am Verhalten Stalins erkennen. Denn obwohl er die deutschen Truppen bereits bis Warschau zurückdrängen konnte, befahl er seinen Soldaten, in die Kämpfe nicht einzugreifen. Mehr noch: verhinderten die Russen Landungen der westalliierten Flugzeugverbände, sodass die Warschauer ganz auf sich allein gestellt waren. Erklären lässt sich dies damit, dass Stalin kein Interesse an ein freies, unabhängiges Polen hatte. Auch wenn sich die Bürger am 1. August 1944 gegen die Deutschen erhoben, galt der politische Kampf Stalin. Das - mit Ausnahme des Gettos - von den Kriegswirren weitgehend verschonte Warschau ließ Hitler nach der Kapitulation der Widerstandskämpfer am 2. Oktober systematisch Straße für Straße, Haus für Haus sprengen beziehungsweise niederbrennen.
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