So wie wir auf den baum- und strauchlosen Südgrat kommen, wird es merklich kühler. Wir haben Ende August, wir stehen im Wind und passieren immer wieder Stellen, an denen sich der Schnee trotz Sonnenscheins hält. Auch sind wir nun beide froh, dass wir Wanderstöcke dabei haben. Denn sie geben einem auf dem Geröll schon einen deutlich sichereren Halt. Außerdem lassen sich kleine Hindernisse schneller überwinden, sodass wir gut vorankommen.
Zugleich können wir froh sein, direkt bei Berwang gestartet zu sein. Denn während die Südseite vom Thaneller freie Sicht hat, wird die zweite Aufstiegsmöglichkeit, der Werner Riezler Steig, von Wolken verhüllt. Mal abgesehen davon, dass man für den Werner Riezler Steig Übung im Klettern und die entsprechende Kletterausrüstung benötigt. So zeigt eine Tourenbeschreibung auf Allgäu-Ausflüge ein Mädchen, dass auf einem der Schneefelder trotz Stöcke und guten Wanderschuhen ausrutscht, bevor sie im Seil an ihrem Vater hängt.
Da genießen wir doch lieber die Ausblicke vom Südgrat über die umliegenden Lechtaler Alpen bis hin zur tief verschneiten Zugspitze und erfreuen uns an den Steinbrech und den Glockenblumen, die trotz der Kälte noch blühen, bevor wir die letzten 200 Höhenmeter zum Thaneller-Gipfel in Angriff nehmen.