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Auch das noch! Nachdem wir uns ein paar Stunden durch die ebene und Dank der Trockenzeit wenig spektakuläre Landschaft vorbei an zahlreichen brach liegenden Ackerflächen haben rütteln lassen, versperrt uns ein verunglückter Lkw den Weg. Wie er es geschafft hat, seinen Lkw gegen den Brückenpfeiler zu setzen, wissen wir aber nicht. Um so offensichtlicher ist jedoch, dass er total zerstörten rechten Vorderseite nicht mehr aus eigener Kraft den Weg freigeben wird. Auch an ein Wegschieben ist aufgrund des Achsbruchs und der Verkeilung mit dem Brückengeländer nicht zu denken.

Fahrt nach Siem Reap - LKW-Unfall bei Brücke

Während die Pkws, vornehmlich Gelände- wagen, einfach von der Straße herunter und auf der anderen Seite der Brücke wieder hoch- fahren, eignet sich diese Lösung leider nicht für den Bus. Zu groß wäre die Gefahr, dass er auf der Böschungskante aufsetzt und dann selbst zum Hindernis wird. Also startet Samit die Probe aufs Exempel und lässt uns alle aussteigen, bevor er den Bus über die Brücke fahren lässt.
Langsam rollt er dann auch bis kurz vor den Lkw. Das Loch im Brückenboden ist zum Glück so gelegen, dass kein Reifen darüber fährt. Und fast schon glauben wir, dass der Bus an den Lkw-Schrotthaufen vorbeikommt. Leider aber ist das Geländer auf der rechten Brückenseite nach Innen verbogen. Damit nimmt es dem Bus genau soviel Raum, dass Samit den Versuch letztlich abbricht.

kommt der Bus am LKW vorbei ?
ja, aber nicht an dem verbogenen Brückengeländer
auch eine schöne Ansicht
Fahrt nach Siem Reap - LKW-Unfall bei Brücke
ohjeohje
aber hier gibt es wenigstens glückliche Kinder

Eine knappe halbe Stunde vergeht, in der wir uns abwechselnd die marode Brücke, den kaputten Lkw oder einfach nur die Landschaft und die in Pick-ups vorbeifahrenden Khmer anschauen. Nutznießer sind die Kinder. Von mehreren Höfen kommen sie herbeigeeilt, lassen sich sehr bereitwillig fotografieren und nehmen noch viel bereitwilliger Süßigkeiten und Kugelschreiber entgegen.
Irgendwann aber vermisse ich meine Frau. Bei den anderen der Gruppe kann ich sie nicht entdecken, aber auch in den Bus ist sie nicht zurückgekehrt. Erst als ich wieder aus dem Bus herausspringe, fällt mein Blick in eine Hofeinfahrt. Aha, große Hunde gibt es hier also auch - und dahinter steht sie ja, zieht einen Flunsch und traut sich kaum mehr von der Stelle...

ungewisser Umweg übers Feld

Ein paar Minuten später bringt dann ein alter Khmer die Lösung mit. Weiter Richtung Siem Reap gäbe es eine Stelle, an welcher der Bus gefahrlos auf die Straße zurückfahren könne. Aus Sicherheitsgründen dürfen wir jedoch nicht mitfahren. Das ist aber auch nicht weiter schlimm. Denn gesessen sind wir heute schon genug und so genießen wir den kurzen Spaziergang, während der Bus durch die zum Glück noch ausgetrocknete Ebene kurvt, um ein paar hundert Meter weiter auf die Straße zurückzukehren. Eine Dreiviertelstunde später, um etwa 18.40 Uhr, erreichen wir Siem Reap. Oder anders gesagt: zehn Stunden und vierzig Minuten nach Aufbruch in Bangkok sind wir endlich am Ziel!

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© Lars Freudenthal