|
Reisebericht Kambodscha |



Wer heute zum Tempelberg Phimeanakas kommt, wird in dem Sandstein kaum mehr als eine halb verfallene Ruine sehen. Die Elefanten, welche einst die Ecken der Terrassen zierten, sind enthauptet, wenn nicht ganz verschwunden, die Löwen auf beiden Seiten der Treppe in einem jämmerlichen Zustand. Und doch bedeutet der Name Phimeanakas “himmlischer Palast”, der einst so reich geschmückt war, dass “Chou Ta-Kuan”, ein Chinese, im 13. Jahrhundert erfürchtig über die Anlage berichten ließ:

“Aus dem Palast erhebt sich ein goldener Turm, zu dem der König jede Nacht emporsteigt, um zu schlafen. Die Menschen glauben, dass in dem Turm ein Geist in Form einer neunköpfigen Schlange lebt, der der heimliche Herrscher des gesamten Königreichs ist. Jede Nacht erscheint er den Menschen in Gestalt einer Frau. Im Fall, dass er auch nur eine Nacht nicht auftauchen sollte, bedeutet dies den baldigen Tod des Königs.”


|