Reisebericht Kambodscha

Old Market in Siem Reap

Am Abend bietet uns Samit die Möglichkeit, zu einem ausgesuchten Restaurant mit Tanz und Musik zu fahren. Da wir etwas Ähnliches jedoch schon in Thailand hatten, verzichten wir darauf, nutzen aber sein zweites Angebot, uns mit dem kleinen Reisebus bis ins Zentrum von Siem Reap fahren zu lassen.

Siem Reap -  Nachtmarkt

Nach kurzer Orientierung beschließen wir, die Straße einfach schnurstracks weiter zu laufen, um uns dann irgendwie zum “Old Market” durchzufragen. Stattdessen landen wir nach ein paar Minuten zunächst beim Nachtmarkt Siem Reaps. Hin und wieder versuchen die Verkäufer, uns an ihre Stände zu locken und T-Shirts, Tücher oder einfach nur Stoffe an den Mann zu bringen. Souvenirs und touristischer Kitsch finden sich natürlich auch im Angebot. Bedrängt fühlen wir uns aber selbst hier nicht. Im Gegenteil, führt uns einer der Verkäufer sogar zum nächsten Polizisten, damit er uns den Weg zum Old Market erklärt.

Siem Reap -  Nachtmarkt

In der Stadt selbst ist es duster, die meisten Fahrzeuge - vor allem Zweiräder - verkehren mit nur unzureichender oder auch gar keiner Beleuchtung auf den Straßen. Dafür aber fahren alle sehr langsam, sodass gefährliche Situationen kaum entstehen und wir uns selbst als Fußgänger sicher fühlen. Alles wirkt recht schmuddelig. Den knöcheltiefen Staub, von dem wir vor der Reise gelesen hatten, können wir jedoch nirgends entdecken.

Siem Reap -  Sackgasse wegen herunterhängender Kabel
Siem Reap -  Old Market
Siem Reap -  Old Market

Nach einigen Metern kommen wir erstmals am touristischen Zentrum Siem Reaps vorbei und finden wenig später endlich zum Old Market. Leider ist dieser längst geschlossen und so gibt es hinter ein paar wenigen geöffneten Ständen entlang der Straße nur enge, dunkle Gassen, die zwischen den zu dieser Stunde verlassenen Marktständen ins schwarze Innere der alten Halle führen.
Also zurück zur belebten Tourimeile. Neben zwei Banken kommen wir an einigen Restaurants und lauten Bars vorbei. Leider begegnen wir aber auch einem Vierjährigen, den seine Eltern mit seinem erst wenige Monate alten Geschwisterle im Arm sowie einer leeren Milchflasche auf die Straße zum Betteln geschickt haben. Als er merkt, dass er mit seinem “give me some money, so I can buy milk” keinen Erfolg erntet, ruft er uns schließlich “F*** you! F*** you!” nach, bevor er uns hinterherspuckt...
Am nächsten Tag berichten uns unsere Mitreisenden schließlich, dass sich der Old Market auch tagsüber nicht lohne. Leere Milchflaschen gehören beim Betteln übrigens zur Standardausrüstung. Denn diese haben wir dafür, dass es in Siem Reap kaum noch Bettler gibt, erstaunlich oft gesehen.

Siem Reap -  Old Market

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© Lars Freudenthal