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Tonlé Sap - Dorf der Khmer Tonlé Sap - Dorf der Khmer

Nachdem wir das Dorf der Vietnamesen durchquert haben, steuert das Boot zunächst in freies Gewässer. Es dauert eine Weile, bis wir merken, dass es ziemlich genau der Weg zurück ist, den wir gekommen sind. Als wir in den Trichter des Kanals zur Anlegestelle einbiegen, wird uns schließlich klar, dass die Fahrt schon wieder zu Ende sein soll, uns der Kapitän an Land absetzen will. Der Blick auf die Uhr besagt aber, dass wir noch eine gute Stunde Zeit haben. Also greifen wir ein weiteres Mal auf unserer Reise ein. Ohne große Diskussion setzt der Kapitän den Motor in Leerlauf. Danach darf der Schiffsjunge das Boot Mithilfe einer Stange und der Uferbefestigung wenden, bevor wir ein zweites Mal auf den Tonlè Sap fahren.

Tonlé Sap - Dorf der Khmer Tonlé Sap - Dorf der Khmer

Stolz sind Khmer auf ihren Tonlè Sap, der mit seinem Fischreichtum und der wechselnden Fließrichtung des Tonlè Sap-Rivers auf der Welt einmalig ist. Gar nicht gerne fahren die Khmer hingegen die Touristen durch die Wasserdörfer der eigenen Bevölkerung. Mit anderen Worten: die armen Vietnamesen können den Besucherverkehr und die vielen Fotografen ruhig über sich ergehen lassen, die eigene Nation soll jedoch geschont werden und nicht zur Touri-Attraktion avancieren.
Das finden wir nicht gerecht. Zwar ist es sicher nicht schön, wenn ständig fremde Leute am Wohnzimmer vorbeigefahren werden. Gleichzeitig aber lebt die Gegend bei Siem Reap hauptsächlich vom Tourismus. Und eben von diesem profitieren die Khmer sicherlich besser als die zugezogenen Vietnamesen.

Tonlé Sap - Dorf der Khmer Tonlé Sap - Dorf der Khmer
Tonlé Sap -  Schule

So wundert uns auch nicht, dass die Khmer deutlich größere und bessere Boote bzw. Wasserhäuser besitzen als die Vietnamesen im Zoodorf, und uns bei den Khmer ein gut bestücktes Supermarkt- Boot begegnet, bevor wir an mehreren Fischbecken und sogar einem schwimmenden Schweinestall  vorbeikommen. Bei der Rückfahrt zur Anlegestelle erklärt uns der Reiseleiter zuletzt, dass die Holzhäuser im Kanal als Schule dienen, was mich ein wenig an das schwimmende Klassenzimmer erinnert.

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© Lars Freudenthal