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Vasamuseum |
Man stelle sich nur vor, ein Bauwerk droht bei einem Belastungstest einzubrechen oder ein Fahrzeug schon bei einer geringen Geschwindigkeit aus der Kurve zu fliegen und den Ingenieuren fiele nichts besseres ein, als auf eben diesen Test zu verzichten, ohne die Konstruktion zu ändern. Undenkbar? Als Admiral Klas Fleming wenige Tage vor Auslaufen der Vasa einen Stabilitätstest durchführte, ließ er 30 Matrosen abwechselnd von einer zur anderen Seite laufen. Weil sich das Schiff jedoch bald stark auf die Seite neigte, brach er den Test ab, um die Vasa nicht zu gefährden. Die eigentlich logischen Konsequenzen daraus wurden jedoch nicht gezogen.


Dieses war aber nur einer - der letzte - Fehler, der den Untergang des Kriegsschiffes besiegelte. Die Katastrophe bereits verhindern können hätte vielleicht Henrik Hybertsson, seinerzeit einer der besten Schiffskonstrukteure Hollands. Leider aber starb er während der dreijährigen Bauzeit und musste durch den wenig erfahrenen Hein Jakobsson ersetzt werden.
Jakobsson war es dann auch, der dem Wunsch des Königs, Gustav Adolf II., nachkam und statt dem einen geplanten noch ein zweites Kanonendeck einbauen ließ. Dadurch wurde das Schiff ein Stockwerk höher und wanderte der Schwerpunkt nach oben - Richtung unteres Kanonendeck.



Zugleich verlor die Vasa ihre Stabilität, zumal der nötige Ballast im Rumpf trotz des deutlich höheren Gesamtgewichts nicht erhöht wurde. Daher reichte eine kleine Brise, um die Vasa in eine gefährliche Schräglage zu bringen. Weil die Luken der Kanonen nach den Salutschüssen noch offen standen, konnte schließlich das Wasser ungehindert in das Schiffsinnere fließen. Damit war das Schicksal des gewaltigen Schiffes endgültig und versenkt.


Wie verwundert sich die Seeleute eines feindlichen Schiffes wohl die Augen gerieben hätten, wenn es tatsächlich zu einem Gefecht gekommen und die Vasa bei der ersten scharfen Kehrtwende von der Oberfläche verschwunden wäre, können wir nur ahnen. So aber blieb das Schiff durch das kalte und stark salzige Ostseewasser weitgehend intakt und zieht nun - nach ihrer jahrelangen Konservierung - zumindest die Besucher (ganz friedlich) in ihren Bann. Andererseits, wenn alle Kriegsgeräte bereits vor ihrem ersten Einsatz komplett versagen, wäre das ja auch nicht wirklich tragisch für die Menschheit...
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