Vasamuseum

Was aber war an jenem 10. August im Jahre 1628 passiert? Tausende Schaulustige waren in den Hafen von Stockholm zugegen, um dem Auslaufen der Vasa zu ihrer Jungfernfahrt beizuwohnen. Wir sehen es förmlich vor uns, wie Väter ihre Kleinen schultern, die Größeren  am Rockzipfel der Mutter hängen. Fahnen werden gehisst und wehen in einer leichten sommerlichen Brise, Hunde springen umher, ein paar Spitzel haben sich unter das Volk gemischt und sicher auch der ein oder andere Taschendieb versucht sein Glück.

Oberdeck des
Befestigung der Taue

Die Stimmung ist ausgelassen, als die Vasa zu ihrer Jungfernfahrt aufbricht. Vom Kai jubeln die Menschen den Matrosen zu, welche ihre Mützen schwenken und die gewaltigen Segel in die Höhe ziehen. Schon werden die Luken geöffnet, feuern die Kanonen Salut.
69 Meter lang, 12 Meter breit, 52 Meter hoch und eine Segelfläche von 1275 Quadratmeter! Wer hatte das schon mal gesehen! Selbst die Feuerkraft der Vasa mit ihren 64 Kanonen ist eine Gewalt, welche die Gegner allein beim Gedanken daran erblassen lässt.

mehrere Skelette wurden bei der Bergung des Schiffes gefunden
Blick über das Deck der Vasa
Rekonstruktion eines Matrosen

Doch bevor die Vasa auch nur in die Nähe eines feindlichen Schiffes kommt, sind es die Menschen im Stockholmer Hafen, die erblassen. Nach 20 Minuten Fahrt und einer Wegstrecke von nur 1300 Meter müssen sie mit ansehen, wie eine leichte Böe die Vasa zur Seite drückt und nicht mehr nach oben lässt.
Schlimmer noch erleben es die Matrosen, denen das Ostseewasser durch das untere Kanonendeck des Kriegsschiffes entgegen schwappt. Wer sich hier unten befindet, hat kaum eine Chance zu entkommen. Denn schon wenige Minuten später ist der Stolz der schwedischen Flotte für mehr als 300 Jahre in der Ostsee versunken.

Bei Sturm wäre dieser Abort ein gefährlicher Platz gewesen
auf dem Deck der Vasa

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© Lars Freudenthal