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Reisebericht Sizilien |
Noto ist mit seinen barocken Gebäuden und Palästen eine der wichtigen Sehenswürdigkeiten auf Sizilien. Spätestens seitdem die Unesco das Städtchen 2003 auf die Liste des Welterbes gesetzt hat, soll das so sein. Vor Ort drängt sich mir allerdings die Frage auf, ob das die Urlauber oder sonst jemanden groß interessiert? Denn nachdem wir Noto bei der Suche nach der Cava Grande links liegen ließen, kann es uns bei unserem kurzen Stop am Nachmittag nicht vom Hocker reißen.


Mag sein, dass wir einfach nur Kulturbanausen sind. Aber nachdem wir unseren Fiat in der langen und schnurgeraden Corso Vittorio Emanuele II abgestellt haben, finden wir nicht mehr vor als eine Stadt, die vor vielleicht 200 bis 300 Jahren eine der schönsten Orte auf Sizilien war. Ein barockes Gebäude steht neben dem nächsten. Es scheint, als habe sich ab Ende des 17. Jahrhunderts ein Großteil des italienischen Adels nach Noto zurück gezogen, um sich mit ihren Bauten gegenseitig zu übertrumpfen.


Leider aber nagen der Zahn der Zeit und der Dreck des Verkehrs arg an dem weichen Sandstein, sodass in Noto nahezu alle Gebäude restauriert werden müssen. Abgesehen von denen, welche die Prozedur bereits hinter sich haben. Als Folge bietet sich uns ein tristes Bild einer Stadt, die sich weit unter ihrem Wert darstellt. So gibt es zwar drei Plätze, die hübsch hergerichtet wurden, aber keine ansprechende Gastronomie, nur wenige, billig wirkende Herbergen, keine Souvenirläden, keine Künstler, die Bilder ausstellen oder Besucher porträtieren und eben auch so gut wie keine Urlauber. Damit gibt es in Noto reichlich: Entwicklungspotenzial.


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