Reisebericht Sizilien

Ätna - Ferien- und Skigebiet an der Nordseite des Vulkans

Am Abend regnet es sich allmählich ein, bevor in der Nacht regelrechte Schauer auf Sizilien nieder gehen. Nun gut, Sizilien hat im April durchschnittlich vier bis fünf Regentage. Da muss man damit rechnen und sein Programm auch mal kurzfristig ändern. So wollen wir am nächsten Morgen erst vorsichtshalber in den Süden zur Cava Grande anstelle zum Ätna und damit wahrscheinlich in das nächste große Unwetter fahren. Ein Blick zum Himmel aber lässt mich stutzen, sehen die Wolken doch irgendwie aus, als könnte es später aufklaren. Wir entscheiden, unser Glück mit dem Vulkan zu wagen.

Lavafeld
Abzweig zum Ski- und Wandergebiet Ätna-Nord

Bereits bei Castiglione beobachten wir, wie sich immer wieder Sonnenstrahlen vereinzelt bis auf die verschneiten Nordhänge des Ätnas durch kämpfen, auch wenn die mittleren Lagen des Bergs von einem dichten Wolkenband verdeckt bleiben. Auf den Serpentinen zwischen Linguaglosse und der Wander- und Skiregion Ätna-Nord aber ändert sich das Bild zusehends. Immer wieder halten wir an, um schnell ein paar Bilder von einem der nördlichen Vulkangipfel aufzunehmen. Was gar nicht so einfach ist. Denn während die Gipfelregion durch den Schnee blendend hell ist, erstrecken sich vor uns tiefdunkle Lavafelder. Ein Kontrast, der schlimmer kaum sein könnte.

im Lavastrom geratene Kiefer
Lavafeld mit Baumresten

Zugleich ist die Fahrt ein Erlebnis. Denn weil die Skisaison bereits vorbei ist, die Wandersaison aber noch nicht begonnen hat, sind wir beinahe die einzigen, die bei den gemeldeten Schauern die Tour in diese Region wagen. So kann ich mir dann auch auf dem riesigen Parkplatz nahe des Rifugio Citelli in aller Ruhe einen Platz aussuchen. Warum ich ausgerechnet den gewählt habe, bei dem zehn Cent auf Annettes Seite lagen, weiß ich nicht. Aber auch dieses Glück nehmen wir gerne mit, bevor wir zu den Lavafeldern aus dem Jahr 2002 und den geschlossenen Skibuden spazieren.

Lavastrom von 2001
reichlich Platz

Ein Stück weiter kommen wir schließlich zum Rifugio Citelli, einem eher gewöhnungsbedürftigen Rasthof für Wanderer, bei dem es außer einem dunklen Wolkenband über der Ostküste Siziliens, einem Grillplatz und den Beginn mehrerer Wanderwege nicht viel zu sehen gibt. Wenn nicht, dass sich über dem Gipfel immer mehr blaue Flecken am Himmel zeigen. Also flugs zurück zum Auto und auf zum Rifugio Sapienza oder: auf ins Glück!

Blick vom Rifugio Citelli zum Ätna
Rifugio Citelli

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© Lars Freudenthal