Reisebericht Sizilien

Wanderung entlang der Alcantara

Nachdem wir abermals durch Francavilla gefahren sind, suchen wir einen Spazierweg, den wir von der Ruine aus gut sehen konnten. Zu finden ist er hingegen nicht so ganz einfach. Beim ersten Versuch, ein Stück nach Francavilla, biegen wir bei einer Obstplantage rechts von der Hauptstraße ab. Fürchten wir beim Abbiegen, mit dem Unterboden aufzusetzen, halten wir ein paar hundert Meter weiter an einer Stelle, wo der asphaltierte Weg in eine deutlich engere und steilere Schotterpiste übergeht. Hier hoch zu fahren, wagen wir nicht. Schließlich haben wir keine Lust, die steilen Kurven wieder rückwärts hinunter zu eiern.

Spazierweg nahe Francavilla
Gole Alcantara

Beim zweiten Versuch überqueren wir die Alcantara, was nicht sein darf, und der dritte Versuch endet im Industriegebiet von Francavilla. Dort finden wir schließlich einen älteren Mann, der uns voraus fährt. Etwas später ist klar: der erste, grässliche Weg war der richtige. Und auch wenn wir den Fiat Panda die nach oben immer engeren Kurven ohne Kratzer hoch bekommen, so raten wir dringend davon ab, den Wagen mit hoch zu nehmen. Die Türen zumindest lassen sich in zwei der Kurven nicht öffnen. Abgesehen davon, dass es gar nicht so gut zu sehen ist, wie viel Platz links und rechts bleibt, bevor man einen Grillplatz mit Parkmöglichkeit erreicht.

Blick auf die Alcantara
Wasserrinne oberhalb des Flusses
keine Lust auf Spinnen

Vom Grillplatz aus sind es dafür nur wenige Meter, bis wir den Spazierweg entlang der Alcantara erreichen. Er verläuft mal direkt am Fluss, um dann wieder zur Kulturlandschaft mit Gärten und Obstplantagen zu wechseln. Tafeln geben Auskunft über die Umgebung, die Geologie und den Naturschutz. Interessanter aber ist, den Weg zu verlassen und dem Lauf einer alten Wasserrinne zu folgen. Sie ermöglicht einem Einblicke in die Alcantara, die vielleicht nicht die spektakulärsten sind, die aber auch nicht jeder zu sehen bekommt. Dies gilt besonders für den hinteren Abschnitt der Rinne, zu dem nur kommt, wer vorher bereit ist, sich unter den überragenden Felsen (und den Spinnen) zu ducken. Ich glaub, die Sache mit den Spinnen hat Annette nicht gefallen...

Alcantara
verrostete Brücke am Ende des Spazierweges

Schließlich endet der Gang an einem Durchbruch. Über einen Haufen Kaktusfeigenblätter kommen wir wieder auf den Weg und gehen noch bis zu einem kleinen und sehr alten Wehr. Hier die Seite des Flusses zu wechseln, ist wohl machbar. Zum einen aber untersagt der Inhaber des Wehrs, die Eisen- und Gitterbrücke zu überqueren, und zum anderen wecken die vielen rostigen Stellen auch nicht gerade unser Vertrauen. So also kehren wir um und laufen über den Lehrpfad zurück zum Grillplatz, bevor wir einen neuen Anlauf zur Gole D’Alcantara wagen.

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© Lars Freudenthal